Experimente zur Proteinkristallisation
Mistellektin zur Immunstimulierung und Krebsbekämpfung
Durch eine detailliertere Strukturaufklärung von organischen Makromolekülen können auch in der medizinischen Grundlagenforschung wichtige molekulare Phänomene besser entschlüsselt und gedeutet werden. In Pharmazie und Biotechnologie können diese Erkenntnisse dann genutzt werden, um zum Beispiel gezielter Hemmstoffe zu entwickeln oder Moleküle zu optimieren, die dann mit den Methoden der modernen Molekularbiologie in größeren Mengen produziert werden können.
Die Arbeitsgruppe von Prof. Betzel an der Universität Hamburg arbeitet seit einigen Jahren an der Strukturaufklärung des so genannten ribosom-inhibierenden Proteins Mistellektin I aus der Mistel. Dieses Protein wird bereits pharmazeutisch bei der Immunstimulierung und der Krebstherapie eingesetzt. Bei Experimenten auf der Internationalen Raumstation ISS in den Jahren 2001, 2002 und 2006 konnten Kristalle gezüchtet werden, die eine verbesserte Strukturanalyse ermöglichten. Erstmalig konnten die chemischen Abläufe im aktiven Zentrum und der so genannten molekularen Erkennung erklärt werden. Die ISS-Experimente wiesen zudem eindeutig darauf hin, dass zahlreiche Zuckerketten aus Galactose und Lactose an den hochmolekularen Proteinkomplex binden. Sie lieferten damit gleichzeitig die Erklärung, warum sich unter normalen Laborbedingungen nur mäßig gute Kristalle züchten lassen, die eine genaue Struktur-Funktions-Analyse einschränken. Mit den Weltraumexperimenten und den begleitenden Untersuchungen wurden nun die Grundlagen gelegt, die pharmazeutischen Anwendungen dieses Proteins zu optimieren.
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Crystallization of Misletoe Lectin 1 |
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| Forschungsgebiet: |
Proteinkristallzüchtung |
| Zeitraum: |
Mai bis Juli 2001, April bis Juni 2002 und Januar bis April 2006 |
| Einsatzbereich: |
US-Lab |
| Partner: |
USA |
| Status: |
abgeschlossenes Experiment |
| Ansprechpartner: |
Prof. Dr. Dr. Christian Betzel, Universität Hamburg |
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