WHERE ist ein von der europäischen Kommission gefördertes Projekt. Es soll neue Wege aufzeigen, die Synergien zwischen Mobilfunk und Navigation zu nutzen. Die Hauptziele des Projektes sind zum einen die Steigerung der Effizienz zukünftiger mobiler drahtloser Kommunikationssysteme, zum anderen die Erhöhung der Genauigkeit funkgestützter Navigationssysteme.
Beispiel zur Verbesserung der Positionierung mit Hilfe der Kommunikation:Das folgende Beispiel illustriert, wie der direkte Austausch von Positionsinformation zwischen verschiedenen mobilen Endgeräten die Positionsbestimmung verbessern kann.Mobile Endgeräte können heute in einem zellularen Mobilfunksystem bereits eine grobe Positionsbestimmung durchführen. Die Integration von GPS in diese Endgeräte erlaubt eine verbesserte Positionsbestimmung unter günstigen Bedingungen, wenn beispielsweise der Empfang der Navigationssignale von mindestens vier GPS-Satelliten möglichst mit direkter Sichtverbindung gewährleistet ist. Im urbanen Umfeld ist dies selten gegeben. Allerdings befinden sich meist mehrere mobile Endgeräte in unmittelbarer Umgebung, so dass sie ihre Positionsinformation gegenseitig direkt und dezentral über Kurzreichweitenfunk miteinander austauschen können. Es ist sogar möglich diese Positionsinformation über mehrere Endgeräte durch eine Multi-Hop-Verbindung zu übertragen. Das kooperative Austauschen von Positionsinformationen erlaubt eine hybride Auswertung, die eine genauere und schnellere Positionsbestimmung ermöglicht. Das Projekt WHERE entwickelt Methoden zur kooperativen Positionierung mit verschiedenen Funkstandards. Dabei werden auch Aspekte wie die zusätzlich notwendige Datenrate oder Batterieleistung berücksichtigt.
Beispiel zur Verbesserung der Kommunikation mit Positionierungsinformation:Mobilfunknutzern stehen in einer kleinen Mobilfunkzelle (hier Hot-Spot Zelle mit bspw. WLAN/Wi-Fi) hohe Datenraten im Vergleich zu den wesentlich größeren Mobilfunkzellen (hier 3GPP/LTE Zelle genannt) zur Verfügung.Ist eine Hot-Spot Zelle erreichbar, so erscheint es zunächst vorteilhaft, Kommunikationsverbindungen darüber zu führen. Bewegt sich der Mobilfunknutzer jedoch mit hoher Geschwindigkeit, so ist die Verweildauer in der Hot-Spot Zelle, verglichen mit der Zeitspanne für eine Übergabe der Verbindung von der großen Mobilfunkzelle zum Hot-Spot und zurück, sehr kurz. Eine Übergabe wird sich in diesem Fall nicht lohnen. Bei langsamer Geschwindigkeit ist die Verweildauer in der Hot-Spot-Zelle jedoch relativ hoch und rechtfertigt somit den zusätzlichen Aufwand einer Übergabe der Verbindung.Das Projekt WHERE entwickelt Verfahren, die Bewegungs- und Positionsinformation von Mobilfunknutzern verwenden, um die Übergabe von Datenströmen zwischen heterogenen Netzwerken zu optimieren.
Weitere Informationen unter http://www.ict-where2.eu/
Partners
Aalborg UniversityAdvanced Communications Research&Development S.A.Commissariat à L’Energie Atomique – LETIInstitut EurécomSiradelUniversité de Rennes 1Instituto TelecomunicaçõesMitsubishi Electric ITESigint Solutions Ltd.University of SurreyUniversidad Politécnica de MadridUniversity of AlbertaCity University of Hong Kong