Eine Variante eines lokalen Ergänzungssystems ist das GBAS (Ground Based Augmentation System), das im amerikanischen als LAAS (Local Area Augmentation System) bezeichnet wird. Bei diesem System werden Referenzempfänger an präzise vermessenen Orten (Flughafen, Überseehafen) betrieben, um die GNSS-Signale zu überwachen und aus diesen Korrektur- bzw. Ergänzungsinformationen abzuleiten. Diese werden dann über lokale Sendeeinrichtungen an den Nutzer übertragen. Durch den damit möglichen Einsatz von differentiellen Positionierungsverfahren (DGNSS) ist nutzerseitig eine hohe Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Positionsbestimmung erreichbar.
Die Entwicklung von GBAS bzw. LAAS wird seit Ende der 90er vor allem von der Luftfahrt vorangetrieben. GBAS wird dabei als kostengünstige und flexible Alternative für die aktuellen Instrumentenlandesysteme für Flugzeuge (ILS und MLS) angesehen. Im maritimen Bereich wurde zeitgleich das IALA Beacon DGNSS entwickelt, um die von der IMO gestellten Genauigkeits- und Integritätsanforderungen in Küstenbereichen zu erfüllen. Inzwischen wird GBAS als ein erweitertes und verbessertes DGNSS, auch in der Seefahrt als möglicher Lösungsansatz gesehen, mit dem auch die erhöhten Genauigkeits- und Integritätsanforderungen an die Navigation vor allem in Überseehäfen und für Anlegemanöver erreicht werden können.
Für Entwicklungen im maritimen Bereich wurde im Forschungshafen Rostock ein GBAS aufgebaut. Es besteht aus einer Referenz- und einer Integritätsmonitoringstation und zielt auf:
Beide Experimentalsysteme dienen der Entwicklung und effektive Erprobung neuer Verfahren und Algorithmen für die differentielle Positionsbestimmung, Integritätsüberwachung, und Modellierung von Fehlergrößen. Als Entwicklungs- und Demonstrationsplattform für die Arbeiten wird eine spezielle Netzwerk- und Prozessierungsarchitektur, das Experimentier- und Verifikationsnetzwerk (EVnet) eingesetzt.