Aktuelle Projekte S - Z

WHERE/2



WHERE ist ein von der europäischen Kommission gefördertes Projekt. Es soll neue Wege aufzeigen, die Synergien zwischen Mobilfunk und Navigation zu nutzen. Die Hauptziele des Projektes sind zum einen die Steigerung der Effizienz zukünftiger mobiler drahtloser Kommunikationssysteme, zum anderen die Erhöhung der Genauigkeit funkgestützter Navigationssysteme.

  • Das Projekt WHERE soll den Stand der Technik mit folgenden Zielsetzungen voranbringen:
    Heute und in naher Zukunft werden unterschiedliche Funkstandards wie UMTS, 3GPP/LTE, WLAN/WiFi und UWB für die mobile Kommunikation eingesetzt. Diese Standards sind nicht aufeinander abgestimmt, so dass eine Kommunikationsverbindung nicht unterbrechungsfrei bzw. transparent zwischen diesen verschiedenen Technologien übergeben werden kann. Im Projekt WHERE wird versucht eine unterbrechungsfreie Kommunikationsverbindung durch die Nutzung von Positionsinformation der Mobilfunknutzer zu erhalten.
  • Die Positionsbestimmung mittels satellitengestützter Systeme, wird erfolgreich in Navigationssystemen eingesetzt. Solche Systeme, wie z.B. GPS oder das europäische Satellitennavigationssystem Galileo, sind innerhalb von Gebäuden oder auch in engen Straßenschluchten stark fehlerbehaftet. Im Projekt WHERE werden Verfahren entwickelt, die die verschiedenen Funkstandards als aktive Komponenten zur Positionsbestimmung einsetzen, um in diesen kritischen Umgebungen die Positionsschätzung zu verbessern.
  • Die vom Konsortium neu entwickelten Algorithmen und ihre Integration in verschiedene Hardware-Plattformen für mobile Endgeräte (Handys, Smartphones) werden einen robusteren und schnelleren Datendurchsatz sowie eine genauere Positionsbestimmung ermöglichen. Im Projekt WHERE werden einige dieser Algorithmen in Hardware implementiert und demonstriert.

 WHERE Kooperative Postitionierung
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Kooperative Positionierung

Beispiel zur Verbesserung der Positionierung mit Hilfe der Kommunikation:
Das folgende Beispiel illustriert, wie der direkte Austausch von Positionsinformation zwischen verschiedenen mobilen Endgeräten die Positionsbestimmung verbessern kann.
Mobile Endgeräte können heute in einem zellularen Mobilfunksystem bereits eine grobe Positionsbestimmung durchführen. Die Integration von GPS in diese Endgeräte erlaubt eine verbesserte Positionsbestimmung unter günstigen Bedingungen, wenn beispielsweise der Empfang der Navigationssignale von mindestens vier GPS-Satelliten möglichst mit direkter Sichtverbindung gewährleistet ist.
Im urbanen Umfeld ist dies selten gegeben. Allerdings befinden sich meist mehrere mobile Endgeräte in unmittelbarer Umgebung, so dass sie ihre Positionsinformation gegenseitig direkt und dezentral über Kurzreichweitenfunk miteinander austauschen können. Es ist sogar möglich diese Positionsinformation über mehrere Endgeräte durch eine Multi-Hop-Verbindung zu übertragen. Das kooperative Austauschen von Positionsinformationen erlaubt eine hybride Auswertung, die eine genauere und schnellere Positionsbestimmung ermöglicht. Das Projekt WHERE entwickelt Methoden zur kooperativen Positionierung mit verschiedenen Funkstandards. Dabei werden auch Aspekte wie die zusätzlich notwendige Datenrate oder Batterieleistung berücksichtigt.

 WHERE Positionierungsdaten zum Nutzen der Kommunikation
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Positionierungsdaten zum Nutzen der Kommunikation

Beispiel zur Verbesserung der Kommunikation mit Positionierungsinformation:
Mobilfunknutzern stehen in einer kleinen Mobilfunkzelle (hier Hot-Spot Zelle mit bspw. WLAN/Wi-Fi) hohe Datenraten im Vergleich zu den wesentlich größeren Mobilfunkzellen (hier 3GPP/LTE Zelle genannt) zur Verfügung.
Ist eine Hot-Spot Zelle erreichbar, so erscheint es zunächst vorteilhaft, Kommunikationsverbindungen darüber zu führen. Bewegt sich der Mobilfunknutzer jedoch mit hoher Geschwindigkeit, so ist die Verweildauer in der Hot-Spot Zelle, verglichen mit der Zeitspanne für eine Übergabe der Verbindung von der großen Mobilfunkzelle zum Hot-Spot und zurück, sehr kurz. Eine Übergabe wird sich in diesem Fall nicht lohnen. Bei langsamer Geschwindigkeit ist die Verweildauer in der Hot-Spot-Zelle jedoch relativ hoch und rechtfertigt somit den zusätzlichen Aufwand einer Übergabe der Verbindung.
Das Projekt WHERE entwickelt Verfahren, die Bewegungs- und Positionsinformation von Mobilfunknutzern verwenden, um die Übergabe von Datenströmen zwischen heterogenen Netzwerken zu optimieren.

Weitere Informationen unter http://www.ict-where2.eu/

Partners

Aalborg University
Advanced Communications Research&Development S.A.
Commissariat à L’Energie Atomique – LETI
Institut Eurécom
Siradel
Université de Rennes 1
Instituto Telecomunicações
Mitsubishi Electric ITE
Sigint Solutions Ltd.
University of Surrey
Universidad Politécnica de Madrid
University of Alberta
City University of Hong Kong


Kontakt
Ronald Raulefs
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Kommunikation und Navigation
, Nachrichtensysteme
Tel: +49 8153 28-2803

Fax: +49 8153 28-1871

E-Mail: Ronald.Raulefs@dlr.de
URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/kn/desktopdefault.aspx/tabid-4308/6940_read-12878/
Links zu diesem Artikel
http://www.ict-where.eu