Projekte - Abgeschlossen

LINA



LINA ist ein Verbundprojekt, das zusammen mit Partnern aus Industrie und Hochschule durchgeführt wird, um die Anwendung der Satelliten-Navigation im Bereich der zivilen Luftfahrt bis in die Flugphase der Landung möglich zu machen.  Die bisher eingeführten Systeme, die die Satelliten-Navigation nutzen, liefern im Landebereich noch nicht die erforderliche Zuverlässigkeit und Genauigkeit.  Deshalb wird ein bodengebundenes Ergänzungssystem (GBAS — "Ground Based Augmentation System") mit einbezogen.  Damit soll insbesondere die sogenannte Integrität erhöht werden, also die Fähigkeit, Fehlfunktionen bei Nutzung zu erkennen und entsprechende Warnmeldungen auszugeben.  Das Kürzel LINA für das Präzisionslandesystem steht damit für "Local Integrity Navigation Augmentation".

LINA wird im Rahmen des 4. nationalen Luftfahrtforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (LuFoIV) gefördert.
Hauptauftragnehmer ist die Firma THALES-ATM in Korntal.  Zusätzlich arbeiten im Team die Firma Eurotelematik aus Ulm und die Technische Universität Braunschweig neben dem DLR.

Das DLR ist in diesem Projekt in zwei wesentlichen Gebieten tätig.  Dazu zählen die Untersuchungen der Störeinflüsse bei der Signalausbreitung ebenso wie zum Beispiel die Abschätzung zur Integrität der Positionslösung.  Ein weiteres Ziel besteht darin, ein funktionsfähiges System auf seine Eignung in Flugversuchen zu überprüfen.

In den wesentlichen Arbeitsschritten wird das Institut für Kommunikation und Navigation zunächst die bestimmenden Fehlereinflüsse bei der Ausbreitung der Navigationssignale von den Satelliten zum Empfänger untersuchen.  Dazu zählen Störungen aus dem Bereich Ionosphäre, Interferenz- und Mehrwegeausbreitung.  Die Ionosphäre als hohe Schicht in der Atmosphäre der Erde verursacht ungleichmäßige Verzögerungen bei der Signalausbreitung, die als Fehlergrößen berücksichtigt werden müssen.  Interferenzen sind störende Signale aus verschiedenen Quellen, die nicht zum Navigationssystem gehören, wo hingegen Mehrwegesignale zwar Signale aus dem System selbst sind, aber ungewollte, da sie durch unerwünschte Reflexion an Objekten entstehen.
Aus den Störuntersuchungen wird eine Abschätzung der erzielbaren Integrität abgeleitet.  Die Untersuchungen beziehen sich zunächst auf die Nutzung des amerikanischen Satellitensystems GPS (Global Positioning System).  Die Möglichkeiten zur Verbesserung der Integrität bei zusätzlicher Nutzung von Signalen aus dem Navigationssystem Galileo sollen in einem weiteren Arbeitsschritt betrachtet werden.


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