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DLR umfährt Schlaglöcher

8. November 2011

Erprobungsfahrten der Schlaglocherkennung mit dem SoL-Car beim DLR
„Schlagloch-Rekord auf deutschen Straßen“ – so titelten noch die Zeitungen nach dem besonders strengen vergangenen Winter. In Zeiten klammer Kommunen sind viele Straßen auch heute noch in einem Zustand, die dem Fahrwerk der Autos zu schaffen macht und die Fahrzeuginsassen durchschütteln lässt. Das DLR konnte kürzlich zeigen, wie das Problem in der Zukunft umfahren werden kann – im wahrsten Sinne des Wortes. Für diese Innovation hat das DLR nun den „ESNC 2011 GalileoPro Spezialpreis“ bei einem Festakt in der Münchener Allerheiligen Hofkirche der Münchener Residenz erhalten.

Die Forscher des DLR schauen dabei ein wenig in die Zukunft. Es wird nicht mehr lange dauern, und die Autos auf unseren Straßen werden miteinander vernetzt sein. Die entsprechende Technologie der „Fahrzeug-zu-Fahrzeug Kommunikation“ (C2X) befindet sich in der Entwicklung durch Automobilindustrie, Zulieferern und Forschungseinrichtungen, die Standardisierung ist weit fortgeschritten. Und sie ermöglicht gänzlich neue Verkehrsanwendungen. Eine davon ist die jetzt als Prototyp vorgestellte Kooperative Schlaglochumfahrung.

Die Idee dahinter ist relativ simpel: Wenn ein Fahrzeug mit entsprechender Sensorausstattung durch ein Schlagloch fährt, kann das Schlagloch als solches erkannt und dessen Position an andere Fahrzeuge in der Umgebung per C2X übertragen werden. So können nachfolgende Fahrzeuge bei Annäherung an die Position des Schlaglochs diesem ausweichen. In der Regel wird dem Fahrer eine Ausweichempfehlung nach rechts oder links angezeigt, je nachdem ob sich sein Fahrzeug dem Schlagloch mit dem rechten oder linken Reifen nähert. Wenn der Gegenverkehr es zulässt kann der Fahrer so dem Schlagloch durch geringfügige Lenkbewegungen ausweichen. Auf diese Weise wird das Fahrwerk geschont und der Fahrkomfort erhöht.

Nächtliche Versuchsfahrt in Taiwan
Eine besondere Herausforderung dieser Anwendung liegt in der Präzision der Ortung. Sowohl das erkennende wie auch alle umfahrenden Fahrzeuge müssen die Position des Schlaglochs bzw. die Annäherung an das Schlagloch sehr genau bestimmen um nicht vor Schlaglöchern zu warnen, die gar nicht durchfahren werden. Insbesondere die Präzision von GPS reicht hier nicht aus. „Bei der Demonstration unseres Prototypen in Taiwan haben wir daher Differentielles GPS verwendet, um die notwendige Genauigkeit zu erreichen“, so Fabian de Ponte Müller vom beteiligten Institut für Kommunikation und Navigation. DGPS ist jedoch nicht flexibel verfügbar, weshalb man am Institut auch an alternativen Ansätzen zur Verbesserung der Positionierungsgenauigkeit arbeitet.

Das Potential der kooperativen Schlaglochumfahrung wird deutlich, wenn man noch einen Schritt weiter denkt und annimmt, dass das Auto der Zukunft zumindest teilweise autonom fahren können wird. Solche Konzepte werden am Institut für Robotik und Mechatronik erarbeitet. Ein entsprechender Erprobungsträger wird mit dem „ROboMObil“ gerade entwickelt. Per C2X vorgewarnt und informiert kann das ROboMObil mit seinem Kamerasystem die Schlagloch-Situation genau analysieren und diesem unter Beobachtung des Gegenverkehrs mit Hilfe einzeln ansteuerbarer Räder geschickt ausweichen.

Links:

http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10106/
http://www.galileo-masters.eu/
http://www.galileo-masters.eu/index.php?anzeige=galileo_pro.html
http://www.galileo-masters.eu/livebook/results2011/downloads/page_25.pdf
http://galileo.itri.org.tw/


Kontakt
Prof. Dr. Thomas Strang
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Kommunikation und Navigation
, Nachrichtensysteme
Oberpfaffenhofen-Wessling

Tel.: +49 8153 28-1354

Fax: +49 8153 28-1871

Fabian De Ponte Müller
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Kommunikation und Navigation
, Nachrichtensysteme
Oberpfaffenhofen-Wessling

Tel.: +49 8153 28-2882

Fax: +49 8153 28-1871

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