Space Based Augmentation Systems (SBAS)



Satellite Based Augmentation Systems (SBAS) sind Satellitennavigationssysteme, die vorhandene andere Satellitennavigationssysteme, insbesondere GPS oder allgemein GNSS, unterstützen. SBAS liefert zusätzliche Informationen, die von geostationären Satelliten ausgestrahlt werden und Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Verfügbarkeit der Positionsbestimmung erhöhen.

Die vier existierende Systeme verwenden dasselbe Datenformat und ähnliche Signale, so dass SBAS-fähige Empfänger für alle vier Systeme geeignet sind. Der Nutzer erhält Informationen über:

  • Integrität der GNSS-Signale,
  • Korrektionen für GNSS-Satellitenuhren und -bahnen,
  • Korrektionen für ionosphärisch bedingte Laufzeitverzögerungen basierend auf einem Datengitter.

Mit Hilfe dieser Informationen kann der Nutzer seine Positionsgenauigkeit von etwa 10 bis 20 m auf 1 m bis wenige Meter verbessern. Zusätzlich können die Signale, die die GPS-L1-Frequenz verwenden und GPS-C/A-Code-ähnliche Eigenschaften aufweisen, für Pseudostreckenmessungen genutzt werden, also direkt die Verfügbarkeit von GNSS verbessern.

EGNOS – das Europäisches SBAS

European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) ist ein europäisches Differential Global Positioning System (DGPS) als Erweiterungssystem zur Satellitennavigation. Es steigert regional begrenzt auf Europa die Positionsgenauigkeit von GPS von 10 bis 20 Metern auf 1 bis 3 Meter und ist zu den amerikanischen und japanischen Systemen WAAS und MSAS, die ihre Korrekturdaten ebenfalls über Satelliten verteilen (Satellite Based Augmentation System, SBAS), funktionell und protokollmäßig voll kompatibel. Der Empfang von EGNOS setzt eine freie Sicht etwa nach Süden voraus.

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EGNOS ist ein gemeinsames Projekt der ESA, der EU und der europäischen Flugsicherung Eurocontrol, die gemeinsam als European Tripartite Group (ETP) das Projekt vorbereiteten. Es gilt als Einstieg der Europäer in die Satellitennavigation und als Vorstufe zum europäischen Satellitennavigationssystem Galileo. Verantwortlich für Design und Entwicklung ist die ESA. Die Firma [14] European Satellite Service Provider SAS (ESSP) mit Sitz in Toulouse (Frankreich) betreibt und vermarktet EGNOS im Auftrag der EU.

Neben Daten zur Verbesserung der Positionsgenauigkeit informiert EGNOS auch über die Integrität der GPS-Systeme: Innerhalb von 6 Sekunden erfahren die Nutzer, wenn die Positionierungssysteme falsche Daten ausstrahlen oder der Empfang stark gestört ist (Schwellen: 20 m horizontal, 40 m vertikal). Dies ist vor allem bei Einsatz von GPS im Flugverkehr wichtig.

Das System befindet sich seit 1. Oktober 2009 im offiziellen Betrieb. Neben dem seit 2006 ausgestrahlten regulären EGNOS-Signal ist einer der Satelliten noch dem EGNOS System Test Bed (ESTB) zugeordnet. Im Juli 2010 wurde das Signal für die Systemintegrität zertifiziert und darf seit dem 2. März 2011 offiziell für Safety-of-Life(SoL)-Anwendungen benutzt werden.


Kontakt
Boubeker Belabbas
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Kommunikation und Navigation
, Navigation
Tel: +49 8153 28-1129

Fax: +49 8153 28-2328

E-Mail: Boubeker.Belabbas@dlr.de
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Integrität (http://www.dlr.de/kn/desktopdefault.aspx/tabid-7521/12708_read-32090/usetemplate-print/)
Alternative Positioning Navigation and Time (APNT) (http://www.dlr.de/kn/desktopdefault.aspx/tabid-7571/12814_read-32122/usetemplate-print/)