Das MASTER-System besteht aus zwei modifizierten Spirent GSS7790 Hardware-Simulatoren, die die GPS- und Galileo-Konstellationen gleichzeitig simulieren können. Das System generiert alle GPS- (L1, L2, L5) und Galileo- (E1, E5, E6) Satellitensignale, die sowohl auf der Trägerfrequenz als auch auf einer Zwischenfrequenz oder im Basisband für jeden Satelliten einzeln zugänglich sind. Der Nutzer kann einzelne Signalkomponenten wie Daten- oder Pilotkanal, Navigationsnachrichten oder zufälliges Rauschen auswählen. Zudem kann über einen externen Signalgenerator Interferenz generiert und den Satellitensignalen überlagert werden.
Die tatsächlichen Werte der simulierten Pseudoranges, von Position, Dopplereffekt, Zeit, Geschwindigkeit usw. werden in Datenfiles abgelegt und erlauben so einen einfachen Abgleich mit den Messdaten der getesteten Empfänger. Darüber hinaus kann MASTER vorverarbeitete Datenfiles zur Modulation der Signalleistung oder zur Verzögerung der Codes und Träger für jedes generierte Signal mit 100 Hz Updaterate verwenden. Damit gelingt es Multipfadeffekte und Szintillationen, wie sie mittels Softwaremodellen errechnet werden können, in die Hardwaresimulation einzuspielen. Einfache Multipfad-Modelle sind im Simulator bereits eingebaut. Mittels der eingespielten Datenfiles können aber auch sehr realistische Kanalsimulationen durchgeführt werden, die auf Modellen aus den Messkampagnen des Instituts basieren.
Die oben beschriebene Zugänglichkeit der digitalen Basisbandsignale ist ein einzigartiges Merkmal von MASTER, das es in dieser Form in herkömmlichen Simulatoren nicht gibt. Dies wurde implementiert, um auch Multiantenne-Empfänger simulieren zu können. Die räumliche Information, die sich in Phasenverschiebungen zwischen den Empfangssignalen der einzelnen Antennenelemente ausdrückt, kann der Simulation so mittels einer sogenannten Wellenfront-Matrix, die speziell am Institut entwickelt wurde, aufgeprägt werden.
Für bestimmte Anwendungsfälle können die beiden Konstellationssimulatoren so konfiguriert werden, dass sie eine Referenzstation und einen Rovers simulieren. Werden mehrere Basisstationen benötigt – wie etwas für die Simulation von GBAS-Systemen -, so können mehrere Simulationsläufe aufgezeichnet und dann in einer Nachprozessierung verarbeitet werden. Die Großanlage MASTER kommt regelmäßig in internen Projekten und Drittmittelprojekten zum Einsatz und kann auch von externen Auftraggebern gebucht werden.