Nahbereichs Radar Netzwerk
Im Rahmen des Projekts Nahbereichsradarnetzwerk (NRN) ist in Kooperation mit Industriepartnern ein neuartiges Primärradarsystem entwickelt worden, das sich in vielfacher Hinsicht von den traditionellen Bodenradargeräten unterscheidet. Es setzt sich aus mehreren räumlich verteilten Kleinradaren zusammen, die einen gemeinsamen Überwachungsbereich mit sehr geringen Sendeleistungen ausleuchten. Typisch für das NRN ist der Einsatz von nichtrotierenden Antennen mit breiter Sektorcharakteristik im Azimut (Antennen) und die daraus resultierende zellartige Struktur des Überwachungsbereichs (Abbildung 1). Die Konzeption des NRNs ist ausgerichtet auf hohe Flexibilität bzgl. der Positionierung und Installation (Klick auf Fotos in Abbildung 1), geringen mechanischen Wartungsbedarf und gute Anpassungsfähigkeit an die gegebene Geländetopographie. Das NRN soll die Überwachung des Bodenverkehrs auf Flughäfen unterstützen und ist Kandidat für die nichtkooperative Sensorkomponente eines fortschrittlichen Rollführungssystems (siehe auch Projekte TARMAC, DEFAMM, BETA).
Die Größe und Geometrie einer Überwachungszelle richtet sich nach dem gegebenen Szenario wie Führung der Rollwege, Bebauung, u.s.w.. Mehrere Zellen können zu einem sog. Radarnetzwerk kombiniert werden, um so auch ein ausgedehntes, schwieriges Gelände lückenlos zu überwachen. Es stellt somit eine ideale Ergänzung zu bereits bestehenden zentralen Bodenradaren (Airport Surveillance Detection Equipment ASDE) speziell auf Großflughäfen dar.
Ein erster Prototyp wurde Anfang 1998 fertiggestellt und in den folgenden Jahren in diversen Feldversuchen auf den internationalen Flughäfen Zürich und Prag auf die Tauglichkeit für den operationellen Einsatz getestet (Replay, 2,6 MB). Mit einer abgestrahlten Leistung von typisch nur etwa 6 Watt (Pulsspitzenleistung) bei 9,05 GHz werden mit Hilfe einer speziellen Pulskompressionstechnik Reichweiten bis etwa 1500 m je Station erzielt, um kleine Objekte, wie z.B. Follow-Me‘s, auch in diesen Entfernungen zu detektieren. Die Positionen der Verkehrsteilnehmer werden mittels eines Multilaterationsverfahrens im Computer berechnet und sind daher bereits im digitalen Format verfügbar.