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Validierung von Luftverkehrsszenarien (im Airport2030-Verbund)



 

Der Luftverkehr ist in seiner Entwicklung hohen Schwankungen unterworfen, wodurch Prognosen zur Luftverkehrsentwicklung mit Unsicherheiten behaftet sind. Weichen die aktuelle Luftverkehrsentwicklung oder deren erklärende Parameter von einer früheren Prognose ab, wäre es für die mittel- bis langfristigen Planungsprozesse eines Flughafens wünschenswert, flexibel eine Anpassung der Prognose vornehmen zu können. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich in den letzten Jahren ein Trend zur Integration szenariobasierter Ansätze ab. Diese ermöglichen eine integrative Abbildung der erforderlichen Ressourcen, um Auswirkungen und Konsequenzen verschiedener Infrastrukturmaßnahmen und die über einen längeren Zeitraum einzuplanenden Investitionen in allgemeiner Funktion abbilden zu können.
 

Ziel der Arbeit mit Szenarien ist es, diejenigen Faktoren zu identifizieren, welche die Zukunft des
Untersuchungsgegenstandes Luftverkehr beeinflussen, um daraus die Auswirkungen auf die
Luftverkehrsplanung abzuleiten. Im Kern geht es darum, die Entwicklung bzw. die Entwicklungs
möglichkeiten dieser identifizierten Faktoren quantifizierbar zu prognostizieren, womit kombinatorische
Zukunftsszenarien erstellt werden können, was bislang, in dieser innovativen Form, noch nicht untersucht wurde.

Ziel des Projektes „Validierung von Luftverkehrsszenarien am Beispiel des Flughafen Hamburg“ ist die
Entwicklung eines Methodenrepertoires zur Verifikation von Einflussfaktoren der Luftverkehrs-Nachfrage
und des Angebots der Fluggesellschaften. Auf dieser Basis werden Prognoseflugpläne bis zum Jahr 2030
abgeleitet, die als Grundlage zur Evaluation von Technologie- und Infrastrukturinvestitionen dienen können.
Das Framework zur integrierten Flugbewegungsprognose verbindet erstmalig die Methoden
der Szenarioanalyse mit Soft Computing Ansätzen. Die Projektleitung für dieses Fördervorhaben liegt beim
Institut für Technische Informatik Systeme der Universität Hamburg.

DLR Lufttransportsysteme ermittelt im Rahmen des Projektes, wie die zu erwartenden Passagiere auf das
zur Verfügung stehende Fluggerät zu verteilen sind. In Abhängigkeit der Ausprägung von Szenariofaktoren
bezüglich der Entwicklung von Flugzeuggrößen und Systemkapazitäten wird ein Flugzeugmix ermittelt, der
zudem herstellerabhängig neue Flugzeugmuster und Retrofits (Neuauslegung bereits existierender Flugzeugmuster) umfasst. Hierfür werden Informationen über Substitutionen veralteter Flugzeugmuster, Flottenalter, durchschnittliche Nutzungszeiten der Flugzeuge sowie zukünftige Flugzeugmuster ermittelt.
Daraus werden die für die Gesamtsimulation benötigten Tagesflugpläne aufgestellt, die in Abhängigkeit
der zu erwartenden Verkehrsnachfrage und unter Berücksichtigung der Flughafenkapazitäten auszulegen sind.

Im Ergebnis können für differenzierte Szenarien und variable Prognosehorizonte Prognoseflugpläne generiert
werden, wobei erstmals die Einflussfaktoren quantifizierbar dargestellt werden. Dies ermöglicht Planern und
Entscheidern frühzeitig auf Änderungen in der Luftverkehrsentwicklung oder dessen Einflussparametern
zu reagieren.

Projektpartner:

  • DLR Lufttransportsysteme
  • Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik
  • Universität Hamburg, Institut für Technische Informatik Systeme
  • Flughafen Hamburg GmbH

Projektlaufzeit : 01.07.2011 – 31.01.2013
Projektträger: Forschungszentrum Jülich
Finanzierungsträger: Bundesministerium für Bildung und Forschung

 

 


Kontakt
Steffen Wenzel M.Sc.
Lufttransportsysteme
, Lufttransportbetrieb
Tel: +49 40 42878 4405

Fax: +49 40 42878-2979

E-Mail: steffen.wenzel@dlr.de
URL dieses Artikels
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