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Anaglyphenbild eines Ausschnitts der Region Candor Chasma



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Anaglyphenbild eines Ausschnitts der Region Candor Chasma
 Zur Ansicht dieses Bildes benötigen Sie eine Rot-Grün- oder eine Rot-Blau-Brille, die Sie in Deutschland z.B. beim Optiker oder im Fotofachgeschäft erhalten. Bild herunterladen: Hi-Res JPEG (7,81 MB) Hi-Res TIFF (37,77 MB)
Aus dem Nadirkanal, dem senkrecht nach unten blickenden und die höchste Bildauflösung liefernden Kanal der High Resolution Stereo Camera (HRSC) auf Mars Express, und einem der HRSC-Stereokanäle lassen sich so genannte "Anaglyphenbilder" erzeugen. Bei Betrachtung des Bilds mit einer rot-blau (cyan)- oder rot-grün-Brille entsteht ein dreidimensionaler Eindruck der Marslandschaft.

Candor Chasma ist ein nördliches, parallel zu den Valles Marineris verlaufendes Seitental. Das Bild zeigt einen Ausschnitt des von der Marskamera HRSC auf der ESA-Raumsonde Mars Express im Orbit 3195 am 6. Juli 2006 aufgenommenen Bildstreifens; das Bild wurde aus dem senkrecht blickenden Nadirkanal, der die höchste Auflösung bietet (hier 20 Meter pro Bildpunkt), und einem Stereokanal des Kamerasystems erstellt. Um die 3D-Betrachtung zu ermöglichen, ist Norden aus technischen Gründen rechts im Bild; die Bildmitte befindet sich bei sechs Grad südlicher Breite und 290 Grad östlicher Länge.

Die steilen Talhänge an den Seiten erheben sich bis zu achteinhalbtausend Meter über die tiefsten Stellen des Grabenbodens und sind durch Felsvorsprünge und verzweigte Einschnitte gekennzeichnet. An den Flanken haben sich zum Teil große Bergstürze ereignet, die das abgerutschte Material weit in den Talgrund geschoben haben.

Im tiefer gelegenen Gebieten, inmitten von Candor Chasma, fallen Tafelberge auf. Sie zeigen an ihren Seiten eine charakteristische Schichtung und sind in der Marsgeologie als innere geschichtete Ablagerungen (Interior Layered Deposits) bekannt, weil sie im Inneren der Valles Marineris und den Seitentälern häufiger anzutreffen sind. Das Spektrometer OMEGA von Mars Express hat in geschichteten Ablagerungen Sulfate wie Gips oder Kieserit identifiziert, also Minerale, die sich in Anwesenheit von Wasser bilden. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass Wasser bei der Ausprägung der geschichteten Ablagerungen eine Rolle gespielt hat.

Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum).
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