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News-Archiv bis 2007

Ungewöhnliches Bergmassiv im Nicholson-Krater

15. Juli 2005

 Bild 1: Perspektivische Farbansicht des Nicholson-Kraters
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Die heute veröffentlichten Bilder der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen, hochauflösenden Stereokamera (HRSC) auf der ESA-Raumsonde Mars Express zeigen die nähere Umgebung des Nicholson-Kraters im Gebiet von Amazonis Planitia. Der Nicholson Krater hat einen Durchmesser von etwa 100 Kilometer und liegt nordwestlich der Region Medusae Fossae. Im Zentrum des Kraters befindet sich eine etwa 55 Kilometer lange und 37 Kilometer breite Erhebung, die etwa dreieinhalb Kilometer über die Umgebung aufragt.

 Bild 2: Perspektivische Farbansicht des Nicholson-Kraters
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 Bild 3: Farbansicht des Nicholson-Kraters
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Bis heute ist noch völlig unklar, worum es sich bei dieser Struktur im Innern des Einschlagskraters handelt und welcher geologische Vorgang zur Bildung dieser Form geführt hat. Es wird kontrovers diskutiert, ob das Material aus dem Untergrund kam, also vulkanischen Ursprungs ist, oder ob es von der Marsatmosphäre dorthin transportiert und abgelagert wurde.

 Bild 4: Anaglyphenbild des Nicholson-Kraters
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In den Anaglyphenbildern (Bild 4 und Bild 6), die bei Verwendung einer Rot-Grün oder Rot-Blau-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Oberfläche liefern, wird deutlich, dass diese Struktur aus mehreren stark abgerundeten Einzelerhebungen aufgebaut ist. Ob sich diese gleich bei der Entstehung der Bergkuppe ausgebildet haben oder erst durch die Verwitterung (Erosion) derartig herauspräpariert wurden, konnte bisher ebenfalls noch nicht geklärt werden.

Sicher ist jedoch, dass die gesamte Struktur nachträglich durch die Erosion stark überprägt worden ist. Die südliche Flanke der Erhebung ist markant in regelmäßigen Abständen eingekerbt, möglicherweise hat hier Wasser im Zusammenspiel mit Wind die einzelnen Rippen als Feinstrukturen herauspräpariert.

Die spitze Erhebung im Zentrum der Struktur ist der zentrale Restberg des Kraters, der sich beim Einschlag des Meteoriten, der den Nicholson-Krater ausgehoben hat, durch das "Zurückfedern" von verdrängtem Material im Zentrum des Einschlagskraters gebildet hatte.

 Bild 5: Schwarz-Weiß-Bild des Nicholson-Kraters
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Die Farbdarstellung (Bild 3) wurde aus den Farbkanälen und dem Nadirkanal, dem direkt nach unten blickenden Sensor, berechnet. Die Anaglyphenbilder (Bild 4 und Bild 6 - letzteres ist eine perspektivische Anaglyphe in Echtfarben) und die perspektivischen Echtfarbenansichten (Bild 1 und Bild 2) wurden aus dem Nadirkanal und den Stereokanälen berechnet. Das Schwarz-Weiß-Bild (Bild 5) wurde nur aus dem Nadirkanal berechnet. Die Originalauflösung der Bilder beträgt etwa 15 Meter pro Bildpunkt. Für die Präsentation im Internet wurde die Originalauflösung der Bilddaten verringert.

 Bild 6: Anaglyphenbild des Nicholson-Kraters
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 Bild 7: Topographische Karte, Lage des Nicholson-Kraters
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Die Bilder wurden am 27. November 2004 während Orbit 1104 aufgenommen. Die Abbildungen zeigen einen Ausschnitt am Äquator bei 195 Grad östlicher Länge.

 Bild 8: Mars-Globus, Lage des Nicholson-Kraters
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Das Kameraexperiment HRSC auf der Mission Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum (Freie Universität Berlin) geleitet. Das Wissenschaftsteam besteht aus 45 Co-Investigatoren aus 32 Instituten und zehn Nationen. Die Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern gebaut (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH). Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof in Zusammenarbeit mit ESA/ESOC betrieben. Die systematische Prozessierung der HRSC-Daten erfolgt am DLR. Die hier gezeigten Darstellungen wurden von der PI-Gruppe am Institut für Geologische Wissenschaften der Freien Universität Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.


Kontakt
Ulrich Köhler
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung
, Institutsplanung und Zentrale Aufgaben
Tel.: +49 30 67055-215

Fax: +49 30 67055-402


Prof.Dr. Ralf Jaumann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung
, Planetengeologie
Tel.: +49 30 67055-400

Fax: +49 30 67055-402


Elke Heinemann
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Kommunikation

Tel.: +49 2203 601-2867

Fax: +49 2203 601-3249


Erstellt am: 15.07.2005 13:50:00 Uhr
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