Einen ungewöhnlichen Fluggast hat der russische Raumfrachter „PROGRESS“ bei seinem Start zur Internationalen Raumstation ISS am 29. Januar des Jahres 2004 an Bord: MATROSHKA ist ein dem Menschen nachempfundenes Phantom, benannt nach den russischen Matroshka-Puppen, den Puppen in den Puppen. Der künstliche Körper hielt sich den ersten Monat seines Aufenthalts innerhalb der Raumstation auf. Am 26. Februar 2004 wurde MATROSHKA von den Astronauten während einer Außenbordaktivität an seinen geplanten Aufenthaltsort an der Außenseite des russischen Service-Moduls (Zvezda) gebracht und fixiert. Dort bliebt der leblose Hightech-Körper die nächsten 18 Monate und fuhrt ein aufgabenreiches wissenschaftliches Leben. Erst am 18. August 2005 holten ihn ISS-Kommandant Sergei Krikalev und NASA-Wissenschaftsoffizier John Phillips im Zuge einer weiteren Außenbordaktivität wieder zurück in die Raumstation. Sein weiteres wissenschaftliches Leben verbringt MATROSHKA innerhalb der Raumstation ISS. Das MATROSHKA Experiment - welches zum Ziel hat die genaue Verteilung der Strahlung in einem menschlichen Phantom zu bestimmen - ist ein Experiment der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Die wissenschafltiche und projektbezogene Leitung des Experiments liegt bei der Abteilung Strahlenbiologie (Projektleiter: Dr. Günther Reitz) des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin der DLR in Köln. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Instiut für Biomedizinische Probleme in Moskau (Dr. V. Petrov) durchgeführt mit einer weiteren internationalen Beteiligung von wissenschaftlichen Instituten und Weltraumbehörden aus 11 Ländern. Somit ist es das grösste bisher durchgeführte Forschunsgvorhaben zur Bestimmung der Strahlungsexposition von Astro- und Kosmonauten im Weltraum. (Thomas Reiter).

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