Astrobiologische Experimente außerhalb der Internationalen Raumstation installiert
12.März 2009
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Am 10.März wurde im Rahmen eines 4 Stunden und 49 Minuten dauernden Außeneinsatzes, einer so genannten Extra Vehicular Activity (EVA) der russischen Kosmonauten Mike Fincke und Yury Lonchakov die astrobiologische Expositionseinheit EXPOSE-R auf dem Zvezda Modul des russischen Segments der Internationalen Raumststation (ISS) angebracht. An den Experimenten ist auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) maßgeblich beteiligt.
EXPOSE-R mit seinen acht Experimenten und ca.1200 Einzelproben soll dazu beitragen, Antworten auf die Frage nach dem Ursprung des Lebens auf der Erde zu finden. Unter Federführung der Abteilung Strahlenbiologie im DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, das dabei mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) und der Technischen Universität München (TU München) kooperiert, wird das Experiment "Spores – Spores in artificial Meteorites" durchgeführt. Es ist eines der sechs astrobiologischen Experimente auf der Internationalen Raumstation des "ROSE-Consortiums" (Response of Organisms to Space Environment), das vom DLR koordiniert wird. Zusätzlich messen die in der Experimentieranlage EXPOSE-R eingebunden Strahlungsmessgeräte (Dosimeter) die ionisierende wie auch die solare UV-Strahlung, denen die Experimente ausgesetzt sind und liefern wertvolle Daten für die Analyse der Experimente.
Die Wissenschaftler untersuchen die Frage, ob Leben in Form von Mikroorganismen durch Meteoriten von einem Himmelskörper zum anderen gelangt sein könnte und nicht zwingend auf der Erde entstanden ist. Hierzu werden Sporen von Bakterien, Pilzen und drei verschiedenen Farnarten mit Meteoritenmaterial gemischt oder überdeckt. Fernab der Erdatmosphäre, unterliegen die Organismen für mindestens einem Jahr dem Einfluss des kompletten Sonnenspektrums, der kosmischen Strahlung, dem Ultrahochvakuum und extremen Temperaturschwankungen. Anschließend bestimmen die Biologen die Überlebensrate der Sporen.
Am Ende der Mission, werden die EXPOSE-R Probeneinheiten in das Innere der ISS und anschließend mit einer russischen Soyuskapsel zur Erde zurückgebracht. Vom Landeplatz in Kazakhstan werden die Probenbehälter über Moskau zum Microgravity User Support Centre (MUSC) im DLR in Köln transportiert. Von der Abteilung Strahlenbiologie des Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin des DLR werden die unterschiedlichen Weltraumproben ausgebaut und den einzelnen, internationalen Experimentatoren zur Analyse in ihre jeweiligen Laboratorien zugeschickt. Die Abteilung Strahlenbiologie selbst wird die Versuchsauswertung der Auswirkungen der Weltraumparameter auf Sporen des Mikroorganismus Bacillus subtilis durchführen.
Parallel zur Mission im Weltraum werden gleiche Proben in einer fast identischen Einheit EXPOSE-R am Boden simulierten Weltraumbedingungen (Vakuum, Temperatur und Ultraviolette-Strahlung) ausgesetzt, entsprechend den auf der ISS gemessenen und zur Erde übermittelten Daten von EXPOSE-R . Dies geschieht in den Planetary and Space Simulations Facilities (PSI) des DLR in Köln, in denen missionsvorbereitend auch schon das EVT (Experiment Verification Test) Programm durchgeführt wurde.
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