Langzeitveränderungen, die durch den Einfluss von Makro- und Mikronährstoffen entstehen, können im Stoffwechsellabor aus psychologischen, finanziellen und arbeitstechnischen Gründen nicht durchgeführt werden. Hierzu führen wir Feldstudien durch.
Studie (Anorexia Nervosa und Osteoporose)
In Kooperation mit der Uni-Klinik Aachen, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (Frau Prof. Herpertz-Dahlmann) wurde eine Studie zur Auswirkung einer Diättherapie bei 20 jugendlichen Patientinnen mit Anorexia Nervosa begonnen. Jugendliche Patientinnen mit Anorexia Nervosa haben, genau wie Astronauten, eine verminderte Knochendichte. Interessanterweise weist diese Patientengruppe dasselbe Muster der Auf- und Abbaumarker des Knochenstoffwechsels auf wie Astronauten im All. Gleichzeitig haben Astronauten eine - wenn auch weniger ausgeprägte - verminderte Energiezufuhr, worauf möglicherweise ein Teil des vermehrten Knochenabbaus zurückzuführen ist. Ziel unserer Untersuchung ist es, die Auswirkung von hyperkalorischer Ern&auAml;hrung, hoher Calciumzufuhr und Vitamin D-Supplementation auf den Knochenstoffwechsel dieser Patientengruppe im Verlauf von zwei Jahren zu untersuchen. Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass die gewählte Diättherapie in der Patientengruppe zu einem signifikanten Anstieg der Knochenneubildung und einer erheblichen Verminderung des Knochenabbaus führt (Heer M. et al., Clin. Chem., 2002), Erkenntnisse, die auch für die Ernährung von Astronauten genutzt werden können. In 2003 soll die 2-jährige Patientenstudie abgeschlossen sein und die Untersuchung der Kontrollgruppe fortgeführt werden.
KAR-Studie (Knochenstoffwechsel und Arginin)
In einer Kooperationsstudie mit dem Universitätsklinikum Köln (Prof. E. Schönau, Klinik und Poliklinik für Kinderheilkunde) wurde die Auswirkung einer sechsmonatigen Supplementation von L-Argininhydrochlorid auf den Knochenstoffwechsel postmenopausaler gesunder Frauen in einer ambulant durchgeführten Studie untersucht.
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen eine positive Wirkung des freien Radikals Stickstoffmonoxid (NO) auf den Knochenstoffwechsel. Der Stickstoffmonoxidbestand des Körpers kann durch Gabe pharmakologischer NO-Donoren erhöht werden. Erste Humanexperimente bestätigen einen positiven Einfluss einer NO-Donoren-Gabe auf den Knochenstoffwechsel. Hier stellt sich die Frage, inwieweit L-Arginin als natürlicher NO-Lieferant gleiche Auswirkungen erzielen kann.