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Leitung: Prof. Dr. med. Jörn Rittweger
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Training und Knochenstoffwechsel



Das muskuloskeletale System des Menschen passt sich zeitlebens der körperlichen Belastung an und reagiert hierbei vor allem auf Belastungsspitzen. Untersuchungen an Astronauten zeigten, dass auch bei einem gesunden Menschen lang anhaltende Immobilisation zu massiven Verlusten an Muskelmasse, willkürlicher Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer , aber auch an Knochenmasse und –dichte führen.

Trainingsmethoden, die die Leistungsfähigkeit des muskuloskeletalen Systems erhöhen und auf einem hohen Niveau erhalten, sind nicht nur für die Astronauten von größtem Interesse. Auch Patienten, deren Symptomatik durch Immobilisation verstärkt wird und ältere Menschen können von einem solchen Training profitieren. In den letzten Jahren haben verschiedene Formen von Vibrationsplattformen auf sich aufmerksam gemacht (Galileo, Nemes), da sie schon bei wenigen Minuten Training pro Tag signifikante Verbesserungen in den Beinen in Bezug auf Muskelmasse und Schnellkraft einerseits und Knochenfestigkeit andererseits versprechen.
Vibrationstraining ist eine innovative Trainingsmethode die auch bei Sportlern immer mehr Interesse weckt. Der Sportler trainiert auf einer durch einen Motor angetriebenen, horizontal vibrierenden Plattform. Auf dieser Plattform werden Übungen aus dem Krafttraining, z.B. Kniebeugen durchgeführt. Über die genauen Wirkungsweisen ist allerdings noch sehr wenig bekannt.
Um dem Muskel- und Knochenverlust im All entgegenzuwirken, wird verstärkt nach geeigneten Trainingsmaßnahmen geforscht. Daher haben wir den Effekt von Vibrationstraining auf das muskuloskeletale System in einer Bettruhestudie untersucht. Die Bettruhe diente dabei der Simulation der Schwerelosigkeit.

Effekt mechanischer Stimulation durch Vibrationstraining auf den Knochenstoffwechsel immobilisierter gesunder Probanden

Ziel der Studie war es, die Effekte von Vibrationstraining während einer 14-tägigen Bettruhephase (Immobilisation) zu untersuchen und dabei durch das Training eine Verlangsamung des Abbaus von Knochen- und Muskelmasse zu erreichen.

In der Vibration-Bedrest-Study (VBR) untersuchten wir daher den Effekt eines Vibrationstrainings mit einer Frequenz von 20 Hz und einer Amplitude von 3 mm auf den Knochenstoffwechsel von 8 gesunden Probanden. Dabei wurden Parameter, die den Knochenaufbau und den Knochenabbau reflektieren, untersucht. Dies sind Metaboliten (Stoffwechsel-Abfallprodukte), die in das Blut abgegeben und mit dem Urin ausgeschieden werden. Die Ergebnisse aus der Untersuchung dieser Parameter zeigten, dass der Knochenabbau während Immobilisation durch das verwendete Trainingsprotokoll nicht aufgehalten werden konnte. Bezogen auf den Knochenstoffwechsel konnten wir daher keinen positiven Effekt des Vibrationstrainings feststellen. Die Weiterentwicklung des Vibrationstrainings und anderer Trainingsmethoden gegen den Knochenabbau in Schwerelosigkeit bleibt daher auch zukünftig ein spannendes Forschungsfeld.


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