Belastung

Untersuchungen zu kumulativen psychophysiologischen Effekten beim fliegenden Personal



Projektbeschreibung

Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) - Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin bearbeitet seit vielen Jahren Fragestellungen zur Belastung und Beanspruchung des fliegenden Personals. Bisher wurden aus verschiedenen Gründen nur einzelne Umläufe flugmedizinisch untersucht. Die Auswirkungen über längere Zeiträume (mehrere Umläufe über 1-2 Monate) blieben bei den bisherigen Untersuchungen unberücksichtigt. Daher sollen diese in einer neuen DLR-Studie erfasst werden, um eine weitergehende wissenschaftliche Datenbasis zu schaffen.

Über einen Zeitraum von zwei Monaten soll untersucht werden, ob und in welchem Umfang längerfristige, kumulative Effekte bei Besatzungsmitgliedern des Cockpitpersonals (Kurzstrecke) auftreten und ob sich diese auf das generelle Schlaf-Wach-Verhalten, die Ermüdung, die Arbeitsbelastung und die Beanspruchung des fliegenden Personals auswirken. Darüber hinaus sollen die Daten Aufschluss geben, ob solche Störungen kurz- oder langfristig kompensiert werden.


Studienumfang

 

Methodik

In dem geplanten Untersuchungszeitraum von zwei Monaten werden von jedem Versuchsteilnehmer kontinuierlich Messdaten zur körperlichen Aktivität (mittels Aktometer am Handgelenk) aufgezeichnet. Darüber hinaus werden die Einsatzzeiten, Flugabschnitte, Zielorte etc. sowie das Schlaf-Wach-Verhalten durch exaktes Führen eines Tagebuchs (Sleep-Log und Flight Log) dokumentiert. Die objektive Leistungsfähigkeit wird mit Hilfe eines computergestützten Reaktionszeittests (PVT; morgens und abends) erfasst. Die subjektive Ermüdung und Arbeitsbelastung während des Tages bzw. während des Dienstes werden mittels geeigneter Befragungen (z.B.: Karolinska Sleepiness Scale, NASA-Task Load Index) ermittelt. Ein Mal pro Woche wird ein Erholungs-Belastungs-Fragebogen ausgefüllt. Durch eine einmalige Befragung wird der Chronotyp (Morgen- / Abendtyp) des Versuchs-teilnehmers bestimmt. Ein Fragebogen zum Gesundheitsverhalten und ein allgemeiner Fragebogen dienen zur Erfassung von nicht objektiv messbaren Daten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Studie stehen (Ernährungs- und Schlafgewohnheiten, Belastung, Erholung, Arbeitszufriedenheit etc.). Die Übersicht über den Ablauf und die Untersuchungsinhalte sind schematisch in der folgenden Abbildung dargestellt.

 

Ziel der Studie

Ziel der Studie ist es, flugmedizinische Daten über einen Zeitraum von zwei Monaten aufzuzeichnen, um möglicherweise kumulativ wirksame Effekte und ihre Bedeutung für die Beanspruchung des fliegenden Personals auf der Kurzstrecke aufzuzeigen.

Aus den Ergebnissen könnten Empfehlungen resultieren, wie die Einsatzplanung für das Cockpitpersonal auf der Kurzstrecke unter flugmedizinischen Gesichtspunkten verbessert werden kann.

 

Veröffentlichungen

Niederl, T.,: Untersuchung zu kumulativen psychischen und physiologischen Effekten des fliegenden Personals auf der Kurzstrecke, Dissertation Universität Kassel, DLR-Forschungsbericht 2007-17, 376 Seiten, (2007).
 DLR- Forschungsbericht 2007-17 Abstract (19 kByte)   DLR-Forschungsbericht 2007-17 (3.4 MByte)



Datenschutz

Das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin ist selbstverständlich verpflichtet, die Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und die der betrieblichen Mitbestimmung einzuhalten. Ihre Daten werden anonym behandelt und abgespeichert. Die DLR-Untersucher unterliegen außerdem der ärztlichen Schweigepflicht

 


URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/me/desktopdefault.aspx/tabid-2008/2931_read-4503/