AGARD - STRES - Batterie



Die Advisory Group for Aerospace Research and Devolopment (AGARD) hat in ihrem Komitee für psychologische Fragen eine computergestützte Testbatterie zur Untersuchung der mentalen Leistungsfähigkeit empfohlen, die STRES-Batterie (Standardized Tests for Research with Environmental Stressors). Die meisten der enthaltenen Aufgaben gehen zurück auf die CTS - Batterie, Criterion Task Set, die zur Verwendung auf dem damals populären C64 entwickelt wurde.

Die einzelnen Aufgaben werden über einen PC angeboten; für die Bearbeitung stehen entweder Tastatur/Maus des PC zur Verfügung oder spezielle Eingabeelemente. Hierdurch wird es möglich, im Gegensatz zu Paper-Pencil-Aufgaben neben der Fehlerrate und Gesamtleistung auch die Einzelreaktionszeiten pro dargebotene Frage zu protokollieren. Das Aufeinanderfolgen von Einzelfragen ist in der Regel self-paced, d.h. nach Beantwortung der aktuellen Frage folgt unmittelbar die nächste. Die Aufgaben der Testbatterie versuchen, elementare Prozesse des menschlichen Leistungsapparates zu untersuchen; die Antwort des Probanden wird in der Regel als Einzelreaktion, Wahlreaktion oder Nachführung (Tracking) gestaltet. Im folgenden werden einzelne Aufgabentypen aus der Testbatterie beschrieben.


SRT, Single Reaction Task:
Hier wird auf dem Bildschirm in zufälligen Intervallen ein Reiz dargeboten, auf den so schnell wie möglich reagiert werden soll; die Reaktionszeit wird gemessen. In einer speziellen Variante nach Dinges besteht der Reiz aus einer hochlaufenden digitalen Stoppuhr, die nach erfolgter Reaktion die erreichte Zeit für 3 sec anzeigt; nach dem Zufallsintervall bei dunklem Bildschirm erscheint dann der nächste Stoppuhrlauf. Hier werden primär Aufmerksamkeit und Vigilanz gefordert.

MST, Memory Search Task:

Nach dem Sternberg-Paradigma wird in der Vorbereitungsphase der Aufgabe eine Gruppe von Buchstaben variabler Anzahl gezeigt, die der Proband sich einprägen soll. Nach dem Start der Aufgabe wird jeweils ein Buchstabe auf dem Schirm dargeboten, der Proband soll mittels zweier Antworttasten entscheiden, ob der aktuelle Buchstabe zur erlernten Gruppe gehört oder nicht. Nach der Antwort erscheint unmittelbar der nächste Buchstabe. Mit steigender Gruppengröße wird die Reaktionszeit länger. Die Aufgabe erfasst die Funktion des Arbeits- und Kurzzeitgedächtnisses.

GRT, Grammatical Reasoning Task:
Bei dieser Aufgabe wird in der dritten Zeile des Bildschirms eine Gruppe von drei Symbolen präsentiert, z.B. "*&#", deren Reihenfolge von Frage zu Frage wechselt. Die beiden ersten Bildschirmzeilen zeigen sprachliche Aussagen zur Reihenfolge der Symbole in der dritten Zeile, z.B. "& steht vor *", "# steht nach &". Der Proband bestimmt den Wahrheitsgehalt der Aussagen und betätigt die "Gleich"-Taste, wenn beide Teilaussagen richtig oder falsch sind, die "Unterschieds"-Taste, wenn eine Ausage wahr, die andere falsch ist ( in unserem Beispiel ist der Wahrheitsgehalt unterschiedlich). Mit erfolgter Antwort wird die nächste Frage präsentiert. Mit dieser Aufgabe wird der Ablauf komplexerer mentaler Vorgänge getestet.

UTT, Unstable Tracking Task:
In der Mitte des Bildschirms erscheint ein Cursor-Balken, der vom Programm zur Seite ausgelenkt wird, und zwar umso schneller, je weiter der Balken bereits von der Mittelposition entfernt ist. Der Proband soll den Balken mittels eines Joysticks so gut wie möglich in der markierten Mittelposition halten; protokolliert wird der jeweilige Abstand von der Mittelposition sowie die Zahl der Kontrollverluste, wenn der Balken den seitlichen Bildschirmrand erreicht. Die Aufgabe untersucht die Hand-Auge-Koordination sowie die Feinmotorik und ist typisch für Operatortätigkeiten in technischen Systemen.

DUT, Dual Task:
Bei dieser Aufgabe werden MST und UTT gleichzeitig präsentiert, der Proband muss mit den Wahlreaktionstasten auf die präsentierten Buchstaben antworten und gleichzeitig mit dem Joystick den Balken in der Mitte halten. Die Aufgabe testet die Reservekapazität bei Mehrfachbelastung.
Die einzelnen Aufgaben testen unterschiedliche Aspekte des Leistungsverhaltens, für unterschiedliche Stressoren muss untersucht werden, welcher Aufgabentyp jeweils die sensibelste Beurteilung erlaubt.

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