Der bakterielle Lux-Fluoro-Test bestimmt das genotoxische (SOS-Lux Test) und zytotoxische (Lac-Fluoro-Test) Potential von Agentien. Der SOS-Lux Test beruht auf der bakteriellen SOS-Antwort, die durch DNA-schädigende Agentien induziert wird. Dabei dient der SOS-abhängige Promoter ColD als Rezeptorkomponente und das promoterlose Lux Operon mit den Genen LuxCDABFE von Photobacterium leiognathi als Reporterkomponente. Mit diesem Konstrukt transformierte rekombinante Zellen von Salmonella typhimurium, antworten nach Behandlung mit genotoxischen Agentien mit der Expression der Lux-Gene und senden Biolomineszenz aus.
Der Lac-Fluoro-Test nutzt die über einen bakteriellen Expressionsvektor konstitutiv kontrollierte Expression des Grün-fluoreszierenden-Proteins von Aequoria victoria. Dabei wird die dosis-abhängige Reduktion der EGFP-Expression und reduzierte Grünfluoreszenz als Indikator der zellulären Antwort auf zytotoxische Agentien verwendet.
Rekombinante Stämme von Salmonella typhimurium, die entweder das SOS-Lux-Plasmid (TA1535-pPLS-1) oder das GFPuv-Plasmid (TA1535-pGFPuv) tragen, sind der biologische Reporter. Sie werden mit Kontrollsubstanzen unterschiedlicher geno- und zytotoxischer Potenz behandelt, ihre biologische Reaktion auf diese Substanzen wird mittels eines kombinierten Lumino-Fluorometers gemessen.
Der Lux-Fluoro-Test wird für die unterschiedlichen Applikationen eingesetzt. So wird untersucht, ob der Test eine Möglichkeit bietet, den am Kaninchenauge durchgeführten DRAIZE-Test zu ersetzen. Dazu werden Substanzen mit bekanntem DRAIZE-Score untersucht, die biologische Antwort der rekombinanten Bakterien wird mit Daten aus der ECETOC-Datenbank verglichen. Weitere Anwendungen findet der Lux-Fluoro-Test in der Wasserforschung sowie in der Reisemedizin. Der SOS-Lux-Test ist eine Komponente des Weltraumexperiments Triple-Lux, das auf der Internationalen Raumstation durchgeführt werden wird.