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C.R.O.P.: Combined regenerative organic‐food production - Visionen von Lebenserhaltungssystemen und Biofiltern



Aktuell wird im Institut für Luft‐ und Raumfahrtmedizin ein Biofilter‐System (C.R.O.P.) beforscht, mit dem wir aus Bioabfällen und Urin eine direkt zu verwendende Düngemittellösung zur Pflanzenzucht herstellen wollen. Hierbei testen wir auch die Leistung der Reinigungs‐ und Entgiftungsfähigkeit des verwendeten Biofilters. Mit dieser im Ansatz bereits entwickelten Anlage könnten wir organischen Abfall reduzieren sowie Lebenserhaltungssysteme entwickeln, welche die Handlungsspielräume des Menschen in einer nachhaltigen und zukunftsorientieren Gesellschaft erweitern können.

Der C.R.O.P. - Demonstrator im Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin liefert seit über einem Jahr kontinuierlich Tomaten und Kräuter. Die Nährstoffe erhält dieser von Lebensmittelresten und organischem Abfall. Zudem werden Tilapia-Fische im aquatischen Teil gehältert.
Das Kernelement des C.R.O.P.‐Systems ist ein mikrobiologischer Rieselfliter aus Lavagestein, der Lebensraum für eine Vielzahl von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen und Einzellern ist. Diese sind extrem anpassungsfähig und können zur Entgiftung des Wassers genutzt werden, indem sie eine Vielzahl im Wasser gelöster Stoffe reinigen. Das Wasser läuft dabei im Kreislauf durch eine mit dem Lavagestein gefüllte Filterröhre; der Filter ist dabei in der Lage, sich individuell auf die zugeführten Stoffe einzustellen, indem sich genau die Organismen vermehren, die die zugeführten Stoffe abbauen können und diese z. B. als Nahrungsgrundlage nutzen.

Die Idee der Biofilter ist nicht neu, wir entwickeln und erforschen jedoch neue Verfahren und prüfen die verschiedenen Einsatzszenarien mit dem Ziel, ein Nass‐Komposter‐System zum Einsatz in geschlossenen Lebensräumen zu entwickeln. Einsatzgebiete dieses Systems könnten Lebensräume zur Vorreinigung von Abwässern, der Agrarsektor zur Veredelung von Stickstoffquellen, die Industrie im Bereich des mikrobiellen Abbaus von Umweltgiften sowie Gebiete in harschen und abgeschlossenen Gegenden zur Abkürzung von Stoffkreisläufen sein.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier!

Kontakt: Dr. Jens Hauslage

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