Im Sommer 2004 und Frühjahr 2005 fand im DLR-Institut für Luft und Raumfahrtmedizin in der Abteilung Weltraumphysiologie die„Vibration-Bedrest-Study“ (VBR-Studie) statt. Acht männliche Probanden waren zwei Mal für 23 Tage im Schlaflabor des Institutes untergebracht.Ziel der Studie ist es, die Effekte von Vibrationstraining während einer 14-tägigen Bettruhephase zu untersuchen und dabei durch das Training eine Verlangsamung, idealerweise eine Kompensation des Abbaus von Knochen- und Muskelmasse zu erreichen. Gleichzeitig soll untersucht werden, ob auch der bei der Bettruhe zu erwartende Dekonditionierung des Kreislaufsystems durch das Vibrationstraining entgegengewirkt werden kann.Im Hinblick auf die bemannte Raumfahrt ist man bestrebt, Astronauten während ihres Weltraumaufenthalts körperlich so fit wie möglich zu halten. Die Schwerelosigkeit verursacht, neben einer Dekonditionierung der Kreislauffunktion, eine Reduktion von Knochen- und Muskelmasse des menschlichen Körpers und Vibrationstraining könnte ein Mittel sein, dem entgegenzuwirken.Vibrationstraining ist eine innovative Trainingsmethode, die sowohl bei Hochleistungssportlern als auch bei Breitensportlern immer mehr Interesse weckt. Der Sportler trainiert auf einer, durch einen Motor angetriebenen, vibrierenden Plattform. Auf dieser Plattform werden Übungen aus dem Krafttraining, z.B. Kniebeugen, durchgeführt. Das Training wirkt innerhalb kürzester Zeit sehr intensiv. In der Hauptsache werden dem Vibrationstraining positive Effekte auf Knochen und Muskel zugeschrieben, über die genauen Wirkungsweisen ist allerdings noch sehr wenig bekannt. Im Gegensatz zum Sportler bekommen die Probanden nur ein 2 x täglich 5-minütiges Vibrationstraining in einer Studienphase, in der anderen Phase fällt das Vibrationstraining weg. Gemessen werden Veränderung in Muskelaktivität, Muskelstoffwechsel und der muskulären Kraftleistungsfähigkeit, sowie Veränderungen des Knochenstoffwechsels, des Hormonhaushalts und des Herz-Kreislaufsystems.