Juno: Blick unter Jupiters Wolkendecke

Künstlerische Darstellung der Sonde Juno bei Ankunft am Planeten Jupiter. Bild: NASA/JPL
Künstlerische Darstellung der Sonde Juno bei Ankunft am Planeten Jupiter. Bild: NASA/JPL

Missionsziele:

– Erkenntnisse über Entstehung des Planeten Jupiter und damit des Sonnensystems

– Erforschung des starken Magnetfelds von Jupiter

– Untersuchungen zu Prozessen in der Atmosphäre und im Inneren des Gasplaneten

Meilensteine:

05.08.2011 Start

09.10.2013 Swing-by-Manöver an der Erde

04.07.2016 Eintritt in eine Umlaufbahn um Jupiter

20.02.2018 Geplantes Ende der Mission

Hintergrund:

Hat der Gasplanet Jupiter einen festen Kern? Wie ist sein Magnetfeld beschaffen? Wie ist der „Riesenplanet“ überhaupt entstanden und welche Erkenntnisse können wir daraus mit Blick auf die Entstehung unseres Sonnensystems ableiten? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Juno-Sonde der NASA, die den Planeten von Juli 2016 bis Februar 2018 untersucht. Sie hat dazu verschiedene Instrumente an Bord, wie zum Beispiel ein Magnetometer zur Vermessung des Jupiter-Magnetfeldes oder ein Mikrowellen-Radiometer, das den Wasseranteil der Atmosphäre messen soll. Insgesamt acht Messgeräte und eine hochauflösende Kamera hat Juno dabei. Dafür braucht sie elektrischen Strom, den sie über Solarzellen bezieht – und das obwohl auf Jupiter im Vergleich zur Erde nur 4% des Sonnenlichts ankommt. Dies ist möglich, da die Sonde sich stets der Sonne zuwendet und außerdem nicht durch den Schatten des Planeten fliegt. Die finale Umlaufbahn erreicht Juno am 19. Oktober 2016 – in 14 Tagen um den Planeten.

Animation von Junos 14 Tage dauernden Umlaufbahnen. Quelle: NASA/JPL-Caltech
Animation von Junos 14 Tage dauernden Umlaufbahnen. Quelle: NASA/JPL-Caltech

Diese Umlaufbahn ist stark elliptisch sowie exzentrisch und führt über die Pole des Gasriesen. Das hat den Vorteil, dass die Sonde mit ihren empfindlichen Instrumenten nicht permanent durch den Strahlungsgürtel Jupiters fliegt – eine Region, in der das Magnetfeld des Planeten geladene Teilchen des Sonnenwinds „gefangen“ hält und enorm beschleunigt. Trotz dieser Maßnahmen ist die Strahlung so hoch, dass die Bordelektronik in einer Art „Tresor“ aus 1 Zentimeter dickem Titan verpackt ist. Bemerkenswert ist, dass die Ankunftszeit der Sonde nur um eine Sekunde vom geplanten Eintritt in den Jupiterorbit abwich – und das ist bei fast fünf Jahren Flugzeit eine gewaltige Leistung.