Bild: DLR
 

Drei wichtige Dinge: Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit

Ein alter Spruch besagt, dass in der Luftfahrt drei Dinge wichtig sind: erstens Sicherheit, zweitens Sicherheit und drittens – du hast es erraten – Sicherheit. Damit das auch so bleibt, wenn immer mehr Flieger am Himmel sind, ist eine Menge Forschungsarbeit nötig. Das betrifft verbesserte Unwetterwarnungen (das Bild zeigt eine Gewitterwolke) und viele andere Fragen. Bild: DLR
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Das Flugzeug gilt als eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt. Wissenschaftler haben da ein kleines Rechenbeispiel angestellt: Als Passagier könnte man theoretisch 67 Jahre lang ununterbrochen – also ohne auch nur eine Sekunde am Boden zu verbringen – fliegen, ohne dass man in einen einzigen Unfall verwickelt würde. Als Autofahrer lebt man da schon deutlich gefährlicher. Doch warum ist Fliegen so sicher? Das liegt vor allem daran, dass schon bei der Konstruktion der Maschinen höchste Sicherheitsanforderungen eingehalten werden. Und auch die Verkehrsregeln – in der Luft wie auch auf den Flughäfen – sind extrem streng. Mal eben etwas schneller als erlaubt unterwegs sein oder auch nur falsch parken: Das geht im Luftverkehr gar nicht …

Das oberste Ziel für die Luftfahrt ist Sicherheit – egal ob am Boden oder in der Luft.
Das oberste Ziel für die Luftfahrt ist Sicherheit – egal ob am Boden oder in der Luft.

Der Luftraum hat dabei mehrere „Etagen“, in denen die Flugzeuge in verschiedenen Höhen fliegen. In diesen „Flugflächen“ können mehrere Maschinen dieselbe „Straße“ benutzen – manche höher, manche etwas niedriger. Damit sich die Flugzeuge unterwegs nicht zu nahe kommen, wird der Luftraum ständig von verschiedenen Fluglotsen überwacht. Sie bestimmen auch, auf welchem Kurs und in welcher Höhe die Maschinen fliegen. Dazu sprechen sie per Funk mit dem Piloten.

Staffellauf mit Flugzeugen

Die Fluglotsen im Tower helfen, den „Staffellauf“ der Flugzeuge reibungslos zu organisieren. Bild: Fraport
Die Fluglotsen im Tower helfen, den „Staffellauf“ der Flugzeuge reibungslos zu organisieren. Bild: Fraport

Jeder Lotse hat einen speziellen Bereich, für den er verantwortlich ist. Wenn ein Flugzeug einen solchen Sektor verlässt, übergibt der Lotse die Maschine an den nächsten Kollegen. Das kann man sich ungefähr wie bei einem Staffellauf vorstellen, wobei hier eben kein Stab „weitergereicht“ wird, sondern ein Flugzeug. So gibt es Lotsen für die Strecke in der Luft und für den Landeanflug. Sobald das Flugzeug gelandet ist, übernimmt es ein anderer Lotse im Tower des Flughafens bis zur Parkposition – dort, wo die Passagiere aussteigen. Und beim Start funktioniert das genau so – nur eben anders herum.

Teamwork zwischen Himmel und Erde

Neue Assistenzsysteme helfen den Lotsen bei der Flugführung. Bild: DLR
Neue Assistenzsysteme helfen den Lotsen bei der Flugführung. Bild: DLR

Damit dieser „Flugzeug-Staffellauf“ auch immer reibungslos klappt, müssen Lotsen und Piloten gut zusammenarbeiten. Jeder hat sich dabei genau an seine Rolle und die entsprechenden Anweisungen zu halten. Dabei werden Lotsen und Piloten von vielen technischen Instrumenten unterstützt. Im Tower sind das beispielsweise große Bildschirme, die die Position jedes einzelnen Flugzeugs zeigen.

Kompakt & wissenswert
  • Höchste Sicherheitsstufe
    Nicht nur in der Luft müssen Flugzeuge vom Lotsen sicher ans Ziel geleitet werden. Auch auf den Start- und Landebahnen und auf dem übrigen Flughafen-Gelände gelten höchste Sicherheitsanforderungen. Denn auch hier könnte ein Zusammenstoß schlimme Folgen haben.
  • Immer der Reihe nach
    Neben den Radarschirmen, an die man vielleicht als erstes denkt, wenn es um Fluglotsen geht, gibt es viele andere Instrumente, die den Lotsen ihre Arbeit erleichtern. So hat das DLR zum Beispiel ein System entwickelt, das dem Lotsen die optimale Reihenfolge vorschlägt, in der die ankommenden Flugzeuge landen sollten – eines nach dem anderen wie die Perlen einer Kette.

Damit dieses Teamwork zwischen Himmel und Erde auch dann noch sicher bleibt, wenn immer mehr Flugzeuge durch die Luft fliegen, untersucht das DLR in verschiedenen Projekten, welche Hilfen die Lotsen und Piloten benötigen könnten: zum Beispiel sogenannte „Assistenzsysteme“ für Tower-Lotsen, die es erlauben, die Flugzeuge ohne lange Umwege und „Warteschleifen“ schnell und sicher landen zu lassen. So lässt sich der Stau am Himmel vermeiden – und vor allem bleibt das Fliegen so auch in Zukunft sicher.