Faszination Fliegen – vom Traum zur Wirklichkeit

Ein startendes Flugzeug wie der riesige Airbus A380 ist immer wieder ein faszinierender Anblick. Bild: Lufthansa
Ein startendes Flugzeug wie der riesige Airbus A380 ist immer wieder ein faszinierender Anblick. Bild: Lufthansa

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Viele von uns verbinden mit einer Flugreise vor allem den Start in den Urlaub im sonnigen Süden. Mit dem Flieger ist man da recht schnell am Ziel – auch wenn das etwas weiter entfernt liegt. Bis zu den Inseln des Mittelmeeres braucht man zum Beispiel kaum mehr als zwei Stunden. Aber es gibt auch viele Menschen, die das Flugzeug für ihren Beruf nutzen. Nicht nur Geschäftsleute, sondern beispielsweise auch Fußballspieler, die zu ihren Auswärtsspielen fliegen, Film- und Fernsehstars auf dem Weg zu Dreharbeiten oder Musiker zum nächsten Konzert. Und auch beim weltweiten Transport von Waren und Produkten spielt das Flugzeug eine große Rolle. Für die Zukunft wird damit gerechnet, dass der Luftverkehr noch weiter wachsen wird. Das ist einerseits erfreulich, andererseits bedeutet es aber auch, dass man sich Gedanken machen muss, wie das ablaufen soll.

Fliegen hat uns Menschen schon immer fasziniert und begeistert. Schon in Jahrtausende alten Sagen wird von Menschen erzählt, die durch die Luft fliegen: wie etwa Dädalus und Ikarus mit ihren selbst gebastelten Flügeln – wobei Ikarus dann auch gleich den ersten „Absturz“ in der Geschichte hingelegt haben soll. Aber das ist wohl wirklich nur eine Legende.

Leonardo da Vinci – der erste Ingenieur

Entwurf eines Helikopters von Leonardo da Vinci. Bild: British Museum, London
Entwurf eines Helikopters von Leonardo da Vinci. Bild: British Museum, London

Der erste, der sich ernsthaft als Forscher mit dem Fliegen befasste, war der Italiener Leonardo da Vinci. Dir kommt der Name bekannt vor? Gut möglich. Denn schließlich hat er das berühmteste Bild der Welt gemalt: die Mona Lisa. Und das wiederum spielt im Buch und Film „Sakrileg“ eine Hauptrolle – der englische Titel heißt denn auch „The Da Vinci Code“. Aber zurück zu Herrn da Vinci selbst: Er war nicht nur Maler, sondern auch Ingenieur – wenn man so will lange bevor es diesen spannenden Beruf überhaupt gab. Schon vor über 500 Jahren hat er Fluggeräte entworfen, die unseren heutigen Hubschraubern verblüffend ähnlich sehen. Nur wirklich fliegen konnten diese Geräte damals natürlich noch nicht …

Abenteuerliche Anfänge

Otto Lilienthal bei einem seiner Flüge. <BR>Bild: Archiv Otto-Lilienthal-Museum
Otto Lilienthal bei einem seiner Flüge.
Bild: Archiv Otto-Lilienthal-Museum

Heute sieht es so normal und selbstverständlich aus, wenn ein Flugzeug abhebt und durch die Luft fliegt. Doch die Entwicklung der Luftfahrt von den Anfängen bis in unsere Zeit ist nicht gerade „gradlinig“ verlaufen. Da gab es viele Ideen und Konstruktionen, die uns heute ziemlich abenteuerlich vorkommen. Und dementsprechend viele Rückschläge und Bruchlandungen. Aber es gab auch Pioniere wie zum Beispiel Otto Lilienthal. Er hat seine Fluggeräte erst nach genauer Beobachtung der Natur und zahlreichen Berechnungen gebaut. So gelangen ihm als erstem Menschen erfolgreiche Gleitflüge – bevor leider auch er abstürzte und dabei starb.

Neue Herausforderungen

Die Flugzeuge der Zukunft sollen sparsamer, leiser und komfortabler sein. Bild: Airbus
Die Flugzeuge der Zukunft sollen sparsamer, leiser und komfortabler sein. Bild: Airbus

Wenn die Forscher heute über die Luftfahrt der Zukunft nachdenken, müssen sie sich mit ganz neuen Herausforderungen befassen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Fragen wie zum Beispiel: Wie kann der Ablauf auf den Flughäfen verbessert werden? Oder: Wie schaffen wir es, die Flugzeuge leiser zu machen? Und ganz wichtig: Wie können wir den Verbrauch von teurem Benzin deutlich senken? Wenn man diese Aufgabe lösen könnte, würde man sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Denn weniger Verbrauch bedeutet automatisch auch weniger Abgase: gut für den Geldbeutel und gut für die Umwelt. Bei all dem ist schon viel erreicht worden. Aber auch noch viel zu tun!

Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon bei einem Messflug über dem isländischen Vulkan. Bild: DLR
Das DLR-Forschungsflugzeug Falcon bei einem Messflug über dem isländischen Vulkan. Bild: DLR

An diesen und anderen Fragen forschen die Wissenschaftler – und natürlich auch Wissenschaftlerinnen – des DLR. Ihr Ziel ist es, die Luftfahrt so zu verbessern, dass das Fliegen auch in Zukunft nichts von seiner Faszination verliert und die große „Maschinerie“ des Flugverkehrs weiter funktioniert. Denn wie sehr wir inzwischen auf die Luftfahrt angewiesen sind, erkennt man sofort, wenn Flugzeuge einmal ein paar Tage lang nicht fliegen dürfen. Etwa, als im April 2010 ein isländischer Vulkan über ganz Europa für große Aschewolken sorgte und daher aus Sicherheitsgründen keine Flüge möglich waren. Hunderttausend deutsche Urlauber saßen da tagelang an Flughäfen fest. Und auch die Luftfracht blieb am Boden, so dass viele dringend benötigte Dinge nicht zum Ziel befördert werden konnten. Einige Firmen wie beispielsweise Autohersteller mussten da vorübergehend schon ihre Produktion einstellen, weil der Nachschub fehlte – und insgesamt entstand so ein wirtschaftlicher Schaden von vielen Millionen Euro.