Alles andere als „Schönwetter-Flieger“

Das DLR-Forschungsflugzeug ATRA. Bild: DLR
Das DLR-Forschungsflugzeug ATRA. Bild: DLR

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Eine Forschungseinrichtung wie das DLR forscht nicht nur am Flugzeug, sondern auch mit Hilfe von Flugzeugen. Die Forschungsflieger werden zum Beispiel eingesetzt, um neue Technologien im Flug zu erproben. Aber sie dienen auch ganz anderen Zwecken wie der Untersuchung unserer Umwelt. So wird mit Flugzeugen die Zusammensetzung der Atmosphäre gemessen und vielen anderen Umweltfragen nachgegangen: Wie schnell schmelzen die Eismassen in den Polargebieten? Wo werden die Regenwälder abgeholzt? Woher kommt ein Ölteppich, der da auf dem Meer treibt?

DLR-Forschungsflieger HALO über den Alpen. Bild: DLR
DLR-Forschungsflieger HALO über den Alpen. Bild: DLR

Von oben sieht man eben mehr – Flugzeuge sind da so etwas wie „fliegende Beobachtungsposten“. Und außerdem kann man mit ihnen sehr gut die Instrumente testen, die später auf einem Satelliten zur Umweltforschung installiert werden sollen. Denn ein Flugzeug landet bekanntlich irgendwann wieder, so dass man dann ein Gerät ausbauen und verbessern kann – während ein Satellit für immer im Weltraum ist ...

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt betreibt die größte zivile Flotte von Forschungsflugzeugen und -hubschraubern in Europa. Zurzeit umfasst sie elf Flugzeuge und Hubschrauber in verschiedenen Größen, die für unterschiedlichste Missionen eingesetzt werden können.

Hochbetrieb in den Hangars

Die Forschungsflieger werden hauptsächlich für die Beobachtung der Erdoberfläche und der Meere sowie für die Atmosphärenforschung genutzt. Die Einsatzgebiete reichen von Grönland und Spitzbergen bis in die Antarktis, von den USA über Europa und Russland bis nach Japan.

Pro Jahr stehen weit über 20 wissenschaftliche Missionen in den Flugbüchern jedes einzelnen Fliegers. Und alle diese Einsätze müssen gründlich vorbereitet werden. Dann herrscht Hochbetrieb in den Hangars: Die Maschinen werden umgerüstet, neue Instrumente eingebaut, alles für den Start durchgecheckt. Denn je nachdem, ob man Gewitterwolken ins Visier nehmen oder einen neuen Satelliten-Sensor vor dem Start ins All erst noch einmal auf einem Flugzeug erproben will, werden natürlich ganz verschiedene Geräte an Bord benötigt.

Testpiloten am Limit

Der „Fliegender Hubschrauber-Simulator“ ACT/FHS. Bild: DLR
Der „Fliegender Hubschrauber-Simulator“ ACT/FHS. Bild: DLR

Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die Flugzeuge und Hubschrauber verantwortlich. Darunter sind Techniker, Ingenieure und Piloten. Sie alle – natürlich einschließlich der 13 Forschungspiloten des DLR – sind hoch spezialisiert. Diese werden regelmäßig in Simulatoren-Trainings für besondere Flugsituationen geschult. Das ist notwendig, weil die Aufträge ganz besondere Anforderungen an die Piloten stellen: Da soll zum Beispiel untersucht werden, wie sich ein Hubschrauber im Flug verhält, wenn er eine schwere Außenlast unter sich befördert, die hin und her pendelt. Oder die Piloten müssen andere Flugzeuge in ganz geringem Abstand verfolgen, um deren Abgase zu messen. Diese wenigen Beispiele zeigen schon: Da geht es oft recht turbulent zu – Forschungspiloten sind eben alles andere als „Schönwetter-Flieger“. Eine besonders spannende Mission – der Flug ins Gewitter – wird hier beschrieben.