DLR: Moderne „Denkfabrik“ fördert junge Leute

Eine Nachwuchswissenschaftlerin beim Parabelflug. Bild: DLR
Eine Nachwuchswissenschaftlerin beim Parabelflug. Bild: DLR

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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt – kurz DLR – hat viele spannende Themen zu bieten: Wie sollte das Flugzeug von morgen aussehen? Gibt es außerirdisches Leben? Wie kann man alternative Energien noch besser nutzen? Und welche Treibstoffe verwenden wir künftig, wenn es kein Öl und Benzin mehr gibt? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigen sich die über 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DLR in insgesamt 13 Standorten. Das DLR ist damit eine der größten und modernsten Forschungseinrichtungen Europas – eine „Denkfabrik“ für die Zukunft. Um aber selbst auch in Zukunft weiter erfolgreich forschen zu können, engagiert sich das DLR in besonderer Weise für die Nachwuchsförderung: Das beginnt mit mehreren Schülerlaboren, in denen Jugendliche selbst experimentieren können, betrifft darüber hinaus Angebote für Studierende und reicht bis zur Betreuung von Doktorandinnen und Doktoranden, die in der Forschung Karriere machen wollen.

Ein DLR-Roboter in Aktion. Die Weltraum-Robotik und ihre irdischen Anwendungen sind eines der vielen spannenden Forschungsthemen im DLR. Bild: DLR
Ein DLR-Roboter in Aktion. Die Weltraum-Robotik und ihre irdischen Anwendungen sind eines der vielen spannenden Forschungsthemen im DLR. Bild: DLR

Die Berufsbilder, die das DLR unter einem Dach vereint, sind vielfältig: Ob ihr euch für den Klimawandel und die Erforschung unserer Atmosphäre interessiert oder für die Luft- und Raumfahrtmedizin, ob ihr Robotik, Antriebstechnik oder Solarenergie spannend findet und hier eines Tages an neuen Entwicklungen mitarbeiten wollt – die einzelnen Institute des DLR bearbeiten eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Projekte. Da sind Geologen in der Erdbeobachtung tätig, Ingenieure entwickeln neue Konzepte für das Auto von morgen und IT-Experten erstellen die Software, mit der man künftige Flugzeuge schon vorab im Computer entwerfen und optimieren kann. Und natürlich sucht das DLR auch Mathematiker und Physiker für seine vielen spannenden Projekte.

Oft kommen dabei große Forschungsanlagen zum Einsatz: Windkanäle, Kontrollzentren, Raketenprüfstände und vieles mehr. Und meist geschieht das alles in internationaler Zusammenarbeit: So ist das DLR an der Forschung auf der Internationalen Raumstation ISS beteiligt, entwickelt zusammen mit seinen Partnern das europäische Satellitennavigationssystem Galileo oder forscht im sonnigen Süden Spaniens an Europas größter Testanlage für Solarenergie.

Orientierung für die Studien- und Berufswahl

In den DLR_School_Labs – den Schülerlaboren des DLR – können Jugendliche selbst experimentieren. Urteil der Schülerinnen und Schüler: So macht Physik richtig Spaß. Bild: DLR
In den DLR_School_Labs – den Schülerlaboren des DLR – können Jugendliche selbst experimentieren. Urteil der Schülerinnen und Schüler: So macht Physik richtig Spaß. Bild: DLR

Um Jugendliche für all diese Themen aus Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und auch eine Orientierung für die Studien- und Berufswahl zu geben, hat das DLR schon vor einigen Jahren mehrere Schülerlabore eröffnet: die DLR_School_Labs. Hier können Schulklassen selbst Experimente durchführen, die nicht nur Spaß machen, sondern auch Einblicke in die „echte Forschung“ geben.

So lernt man den Alltag in einer solchen Forschungseinrichtung kennen, kann mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern diskutieren und Fragen zu Ausbildung und Beruf stellen – kurz: sich viele Anregungen für die eigene Zukunft holen. Die Berufsaussichten sind übrigens sehr gut: Das DLR und viele andere Forschungszentren suchen in vielen Bereichen dringend Nachwuchskräfte – und allen Prognosen zufolge wird es hier auch in den nächsten Jahren einen großen Bedarf geben.

Spannende Ideenwettbewerbe und vieles mehr

Mit Ballons und Raketen können Studenten im Rahmen von Ideenwettbewerben eigene Experimente durchführen. Bild: DLR
Mit Ballons und Raketen können Studenten im Rahmen von Ideenwettbewerben eigene Experimente durchführen. Bild: DLR

Wer sich nach dem Schulabschluss für den direkten Einstieg ins Berufsleben entscheidet, kann sich im DLR für einen von über 20 klassischen Ausbildungsberufen bewerben, die hier angeboten werden. Wer dagegen nach dem Abitur lieber an einer Hochschule – beispielsweise Ingenieurwissenschaften oder eine andere naturwissenschaftliche Disziplin – studieren will, kann während des Studiums im DLR ein Praktikum absolvieren und später auch die Diplom- bzw. Masterarbeit anfertigen.

Daneben gibt es im DLR für Studenten auch viele andere Angebote. Zum Beispiel spannende Ideenwettbewerbe: Bei einem dieser Projekte, das REXUS/BEXUS heißt und unter anderem Höhenforschungsraketen einsetzt, werden Studenten regelmäßig eingeladen, im Team eigene Vorschläge für Experimente zu machen.

 Bei Parabelflügen tritt kurzzeitig Schwerelosigkeit ein. Das Flugzeug fliegt dazu steil nach oben und folgt dann einer Wurfparabel wieder nach unten. Auch Studenten sind hier gelegentlich mit an Bord. Bild: DLR

Und wenn eine die Idee gut ist und ausgewählt wird, können die Studenten ihren Versuch selbst im Rahmen der Forschungskampagne umsetzen. Dazu geht es dann zu einem Startplatz im hohen Norden Europas: nach Kiruna in Schweden. Auch auf Parabelflügen, bei denen man in Spezialflugzeugen für kurze Zeit in Schwerelosigkeit schwebt, sind gelegentlich Studenten mit an Bord.

Diese Flüge starten wiederum zumeist mit französischen Partnern in Bordeaux. Wer dagegen lieber mit beiden Beinen auf dem Boden bleibt, bewirbt sich vielleicht eher für einen Studenten-Workshop oder eine Sommerschule, die vom DLR ebenfalls durchgeführt werden, um junge Leute zu fördern.

Das DLR betreut rund 500 Doktorandinnen und Doktoranden. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs gibt es auch maßgeschneiderte Bildungsangebote. Bild: DLR
Das DLR betreut rund 500 Doktorandinnen und Doktoranden. Für den wissenschaftlichen Nachwuchs gibt es auch maßgeschneiderte Bildungsangebote. Bild: DLR

Viele Studenten wollen nach dem Studium einen Doktortitel erwerben, um in der Forschung Karriere zu machen. Das DLR betreut in seinen Instituten mehrere hundert Doktorandinnen und Doktoranden – und darüber hinaus gibt es auch hier maßgeschneiderte Angebote für den wissenschaftlichen Nachwuchs: In verschiedenen Weiterbildungsveranstaltungen lernt man, wie man eine Doktorarbeit aufbaut und schreibt, oder man trainiert, wie man Vorträge hält und vieles mehr.