Das Kennedy Space Center: Alligatoren, Adler und Raketen


Das Kennedy Space Center ist ein riesiges Gebiet im Süden Floridas. Der Startplatz liegt direkt an der Atlantikküste, so dass Raketen nach dem Start direkt das offene Meer überfliegen. Bis Juli 2011 war dies auch der Startplatz für die amerikanischen Raumfähren – bevor dann das Shuttle-Programm beendet wurde. Übrigens: Auf dem Gelände gibt es auch viele seltene Tierarten: Denn da große Teile des Raumfahrtzentrums für die Öffentlichkeit gesperrt sind, können Adler und Alligatoren hier wie in einem Naturpark ungestört leben – von gelegentlichen Starts der Raketen einmal abgesehen.

Ein Shuttle wird aus der großen Halle – dem Vehicle Assembly Building – zur Startrampe gefahren. Bild: NASA
Ein Shuttle wird aus der großen Halle – dem Vehicle Assembly Building – zur Startrampe gefahren. Bild: NASA

Aus dem Gelände ragen zwei große Startrampen und mehrere Montagehallen hervor. In einer dieser Hallen, dem Vehicle Assembly Building (kurz VAB), wurden früher die Space Shuttles auf ihre Flüge ins All vorbereitet. Das VAB ist eine der größten Hallen der Welt: Mit 160 Meter Höhe übertrifft es sogar den Kölner Dom um einige Meter, und bei mehr als 200 Meter Länge und 150 Meter Breite könnte man in dieser gigantischen Halle genau zwei Fußballplätze nebeneinander unterbringen. Ebenfalls riesig: die Raupenfahrzeuge, die die Raumfähren über eine breite Straße zum Startturm gebracht haben. Ganz früher – zu den Apollo-Zeiten – verabschiedeten sich am Ende einer dieser Straßen die Astronauten von ihren Familienmitgliedern. Um zu vermeiden, dass sich die Crewmitglieder noch in letzter Minute einen Schnupfen oder eine andere ansteckende Krankheit holten, durften sie ihren Frauen und Kindern aber nur noch aus der Entfernung zuwinken – eine etwas gespenstische Szene ... Später in der Shuttle-Zeit sah die NASA das wohl etwas lockerer: Da kamen Crew und Angehörige am Strand sogar noch zu einem letzten gemeinsamen Grillabend vor dem Flug ins All zusammen. Ob Apollo oder Shuttle: Nach der letzten Nacht auf der Erde gab es dann das berühmte Astronauten-Frühstück, und danach ging’s mit dem Astro-Van – einem speziellen Bus – zur Startrampe.

Einer der deutschen Astronauten, Ulf Merbold, der sogar zwei Mal von hier aus mit einem Shuttle ins All geflogen ist, sagte einmal: „Der Aufstieg mit dem Shuttle in die Umlaufbahn dauert gerade einmal acht Minuten. Eben war man noch in der bunten Welt von Florida mit dem Strand und den Swimming Pools – und ein paar Minuten später ist man im Weltall …“.

Nach der Mission landete das Shuttle direkt in der Nähe auf einer über 4 Kilometer langen Landebahn, die speziell für Raumfähren gebaut wurde.

Das alles ist nun Vergangenheit. Denn das Shuttle-Programm wurde nach 30 Jahren beendet. Unsere kleine Bildergalerie zeigt noch einmal, wie es damals war!

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