Venus Express: Sicherheitsabstand zur „Hölle“

Die ESA-Sonde Venus Express (künstlerische Darstellung). Bild: ESA, Medialab
Die ESA-Sonde Venus Express (künstlerische Darstellung). Bild: ESA, Medialab

  • Missionsziele:
  • – Flug zur Venus
  • – Untersuchung der Venus – insbesondere ihrer Atmosphäre

Meilensteine:

  • 9. November 2005: Start vom Raumfahrtzentrum Baikonur in Kasachstan
  • 11. April 2006: Einschwenken in eine Umlaufbahn um die Venus

Hintergrund:

Die Zusammensetzung der Venus-Atmosphäre wird hier in Falschfarben dargestellt. Quelle: ESA, VIRTIS, INAF-IASF, Obs. de Paris-LESIA
Die Zusammensetzung der Venus-Atmosphäre wird hier in Falschfarben dargestellt. Quelle: ESA, VIRTIS, INAF-IASF, Obs. de Paris-LESIA

Die Mission der Europäischen Weltraum-Organisation ESA dient vor allem der Untersuchung der Atmosphäre der Venus. Es ist die dichteste Atmosphäre eines bekannten Planeten – ein wahrer „Hochdruckkessel“. Nur wenige Raumsonden – natürlich immer ohne Astronauten an Bord, also unbemannt – sind bisher in die Venus-Atmosphäre eingetaucht oder gar auf der Oberfläche gelandet. Und immer wurden sie nach kurzer Zeit durch den Überdruck, der dort herrscht, schlicht und einfach „zerquetscht“. Deshalb untersucht Venus Express den Planeten aus der Distanz und hält bei allen Umkreisungen einen Sicherheitsabstand von mindestens 250 Kilometer. Die Venus ist außerdem eine sehr giftige und höllisch heiße Welt – mit Temperaturen von über 400 Grad Celsius. Und: Es gibt dort einen enormen Treibhauseffekt, der die Sonnenwärme eindringen, aber nicht wieder ins All entweichen lässt. Wie und warum sich das alles auf unserem Nachbarplaneten, der gar nicht so weit entfernt ist, so entwickelt hat – und was man daraus für die Erde und das Klima auf unserem eigenen Planeten lernen kann: All das wollen die Wissenschaftler herausfinden. 

Falschfarben-Aufnahme der Venus. Quelle: ESA, MPS, Katlenburg-Lindau
Falschfarben-Aufnahme der Venus. Quelle: ESA, MPS, Katlenburg-Lindau