Hat der Mond eine „dunkle Seite“?


Die Rockband Pink Floyd hat ein Album nach ihr benannt: „The Dark Side of the Moon“. In Wirklichkeit hat der Erdtrabant gar keine dunkle Seite – im Laufe eines Monats wird die gesamte Oberfläche des Mondes von der Sonne beschienen. Wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht, ist er von der Erde aus mit bloßem Auge nicht sichtbar (Neumond), aber seine Rückseite wird voll beleuchtet.

Eigentlich macht es bei kugelförmigen Körpern wie dem Mond wenig Sinn von Vorder- oder Rückseite zu sprechen – wo ist denn bei einem Fußball vorne? Tatsächlich ist aber der Erde immer dieselbe Seite, beziehungsweise dieselbe Hälfte des Mondes zugewandt; weshalb diese Hälfte als Vorderseite bezeichnet wird.

Die Rückseite des Mondes ist von der Erde aus nie zu sehen.

Die (gar nicht dunkle) Rückseite des Mondes. Bild: NASA

Warum bekommen wir jedoch immer nur eine Seite des Mondes zu sehen? So wie der Mond durch seine Anziehungskraft Ebbe und Flut auf der Erde verursacht, so wirkt auch die Erde auf den Mond – wegen ihrer 80 Mal höheren Masse mit entsprechend größerer Kraft. Dort gibt es zwar keine flüssigen Meere, die verschoben werden können, doch die Anziehungskraft der Erde reicht aus, um den Mond leicht zu deformieren. Das wiederum bremst die Rotation des Mondes, seine Drehung um sich selbst. Letztlich führt diese Bremsung dann zur so genannten gebundenen Rotation: Für eine Drehung um sich selbst braucht der Mond genauso lange wie für einen Umlauf um die Erde – folglich zeigt der Mond der Erde immer dieselbe Seite.

Was sich auf der Rückseite des Mondes, also seiner erdabgewandten Seite, verbergen könnte, darüber gab es in der Vergangenheit immer wieder wilde Spekulationen. 1959 machte dann die sowjetische Mondsonde Lunik 3 die ersten Bilder von der Mondrückseite; die ersten Menschen, die sie mit bloßem Auge sehen konnten, waren 1968 die Astronauten der Mondmission Apollo 8. Wenig überraschend: Es fanden sich dort weder fremdartige Raumschiffe noch außerirdische Mondbasen.


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