TerraSAR-X: Radar-Späher aus dem All

TerraSAR-X in der Umlaufbahn. Bild: DLR
TerraSAR-X in der Umlaufbahn. Bild: DLR

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TerraSAR-X ist ein Satellit, den das DLR und die Firma Astrium entwickelt und gebaut haben. Seit 2007 umkreist er die Erde in rund 500 Kilometer Höhe. Seine Aufgabe: die Erdoberfläche mittels Radarstrahlen zu untersuchen. Die Daten, die der Satellit täglich sendet, dienen dem Umweltschutz und vielen anderen Zwecken. So kann man erkennen, wie stark das Eis an Nord- und Südpol schmilzt und so wichtige Informationen zum Klimawandel gewinnen. Die Instrumente können aber beispielsweise auch unterscheiden, ob Getreidepflanzen reif für die Ernte sind oder noch wachsen müssen – wichtige Informationen für die Landwirtschaft. Und mit seinen „Radar-Augen” kann der Satellit sogar durch Wolken sehen und auch nachts die Erde beobachten.

München und Umgebung – aufgenommen vom deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X. Die Aufnahme zeigt das Gebiet in Falschfarben. Das Stadtgebiet ist in Rot- und Gelbtönen dargestellt, die Ackerflächen erscheinen grünlich und die Waldgebiete in blauen Farben. Diese Informationen dienen beispielsweise zur Erstellung von sogenannten Landnutzungskarten und zur Städteplanung. Bild: DLR
München und Umgebung – aufgenommen vom deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X. Die Aufnahme zeigt das Gebiet in Falschfarben. Das Stadtgebiet ist in Rot- und Gelbtönen dargestellt, die Ackerflächen erscheinen grünlich und die Waldgebiete in blauen Farben. Diese Informationen dienen beispielsweise zur Erstellung von sogenannten Landnutzungskarten und zur Städteplanung. Bild: DLR

Inzwischen hat TerraSAR-X Gesellschaft bekommen: Der Satellit TanDEM-X fliegt seit 2010 nur wenige hundert Meter neben seinem „Zwilling“ um die Erde. Dabei senden die Radarinstrumente Signale aus, die von der Erdoberfläche reflektiert werden. Beide Satelliten empfangen dann die zurückgestreuten Signale – wie ein Echo. Und aus der Zeit, die ein Signal braucht, kann man anschließend genau erkennen, wie weit die Erdoberfläche entfernt ist: Je weiter der Erdboden entfernt ist, desto länger sind natürlich die Signale unterwegs. Bei Tälern dauert es daher etwas länger, bei hoch aufragenden Bergen einen Sekundenbruchteil kürzer. Über diese Zeitunterschiede – die Signallaufzeiten – lassen sich also Höhen und Tiefen bestimmen und so ein Abbild der Erdoberfläche erzeugen. Zum Verständnis: Dieses Abbild der Oberfläche ist keine normale Karte, die einfach nur zeigt, wo Wälder, Flüsse und Städte sind. Sondern es ist eine Karte, die die Höhen angibt – also eine 3D-Karte der Erde, ein sogenanntes Höhenprofil oder auch Relief. Der Film auf dieser Seite zeigt das Verfahren recht gut. Das Ziel: die Vermessung der Erde in drei Dimensionen und mit nie dagewesener Genauigkeit. Das ist wichtig für viele Anwendungen: vom Straßenbau über Staudämme bis hin zu den besten Standorten für Mobilfunk-Sendemasten. Und so hat diese Raumfahrt-Mission auch etwas damit zu tun, dass du mit deinem Handy auch außerhalb der Großstädte guten Empfang hast.

 TerraSAR-X: Radar-Späher aus dem All

Quelle: DLR (CC-BY 3.0)