Vom Check-in bis zum Take-off – eine Flugreise beginnt

Ein Flughafen: Was alles hinter den Kulissen passiert, bleibt Passagieren meist verborgen. Bild: Fraport
Ein Flughafen: Was alles hinter den Kulissen passiert, bleibt Passagieren meist verborgen. Bild: Fraport

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Endlich Ferien! Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude auf den Urlaub ist groß. Für viele beginnt der Start in die Ferien auf einem Flughafen. Denn mit einem Flugzeug kann man in sehr kurzer Zeit auch große Strecken zurücklegen und so weit entfernte Orte bequem erreichen. Aber was genau passiert eigentlich an einem Flughafen? Wie kommt dein Koffer in die richtige Maschine und woher weiß der Pilot, wann er starten darf?

Eine Luftaufnahme des größten deutschen Flughafens in Frankfurt/Main. Bild: Fraport
Eine Luftaufnahme des größten deutschen Flughafens in Frankfurt/Main. Bild: Fraport

Wenn du als Passagier zum Flughafen fährst und die Abfertigungshalle – das sogenannte „Terminal” – betrittst, gehst du zum „Check-in”. Dort gibst du das Ticket und dein Gepäck ab und erhältst eine „Boarding”-Karte, auf der dein Sitzplatz und der Flugsteig – das „Gate” – vermerkt sind.

Du hast es wahrscheinlich schon gemerkt: Auf einem Flughafen gibt es sehr viele englische Begriffe. Das liegt daran, dass die internationale Fliegersprache Englisch ist. Aber weiter im Text ...

Nachdem man sein Gepäck abgegeben hat, müssen alle – auch die Crew – durch die Sicherheitskontrolle. Da hier alle Fluggäste sehr gründlich kontolliert werden, kommt es oft zu langen Schlangen. Begib dich also besser rechtzeitig zum „Security-Check”! Wenn du diese „Schleuse” passiert hast, bist du bereits auf der sogenannten „Luftseite” des Terminals. Da ist inzwischen auch dein Koffer angekommen, den du aber erst am Zielflughafen wieder sehen wirst – hoffentlich! Nun ja. Man muss den Airlines zu Gute halten: Der allergrößte Teil des Gepäcks wird zum richtigen Ort gebracht – und nur ganz selten kommt es zu „Irrläufern“, die am falschen Platz landen und dann nachgeschickt werden müssen.

Die Luftseite – nicht nur für Flugzeuge

Der „luftseitige” Bereich umfasst alle Teile eines Flughafens, die für Flugzeuge erreichbar sind, wie zum Beispiel die Parkposition, an der die Fluggäste einsteigen. Auch der Frachtbereich gehört dazu. Dort befindet sich die Verteilungsanlage für Gepäck, die alle Koffer auf die richtigen Flugzeuge verteilt. Das geschieht mit Hilfe eines Strichcodes, mit dem die Koffer vorher beim Check-in versehen wurden.

Die Fluggäste – also auch du – betreten nach dem Aufruf zum „Boarding” über den entsprechenden Flugsteig ihr Flugzeug und gehen zu ihrem Sitzplatz. Wenn alle Passagiere an Bord sind und das Gepäck verstaut ist, kann die Maschine zur Startbahn rollen.

„Clearance for Take-off”

Die Fluggäste betreten den Flughafen von der „Landseite“ und gehen zum Check-in. Bild: Fraport
Die Fluggäste betreten den Flughafen von der „Landseite“ und gehen zum Check-in. Bild: Fraport

Im Kontrollturm – oder auch Tower genannt – sorgen die Fluglotsen für einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs am Flughafen. Sie koordinieren per Sprechfunk die Flugzeuge bei Start und Landung und erteilen auch die Startfreigabe für einen Flug. Dazu nennt der Lotse die Flugnummer und sagt „Clearance for Take-off”. Erst jetzt kann der Pilot das Flugzeug beschleunigen und die Maschine hebt kurz darauf ab.

Direkt nach dem Abheben übernehmen Fluglotsen der An- und Abflugkontrolle das Flugzeug, bis es seine Reiseflughöhe erreicht hat. Danach wird es von verschiedenen Fluglotsen bis zum Zielflughafen „weitergereicht“.

Luftwirbel bestimmen den Takt

Auf der „Luftseite“ gelten besondere Sicherheitsvorschriften. Bild: Fraport
Auf der „Luftseite“ gelten besondere Sicherheitsvorschriften. Bild: Fraport

Auf einem Großflughafen wie in Frankfurt am Main starten und landen die Maschinen oft im Zwei-Minuten-Takt. Dabei muss eine „unsichtbare” Eigenschaft der Luft beachtet werden: Ein Flugzeug hinterlässt nämlich auf seiner Flugbahn mehr oder weniger starke Luftwirbel, die als „Wirbelschleppen” bezeichnet werden. Erst wenn sich diese Luftverwirbelungen aufgelöst haben, kann das nachfolgende Flugzeug starten oder landen. Wie viel Sicherheitsabstand da nötig ist, weiß man aufgrund der Größe der Maschinen.

Was hinter den Kulissen passiert ...

Um einen Flughafen noch besser zu nutzen – Fachleute sprechen von „Optimierung” – wurde das Projekt „Total Airport Management – TAM” ins Leben gerufen. Hinter diesem etwas kompliziert klingenden Namen verbirgt sich ein Projekt, bei dem Wissenschaftler des DLR die Abläufe eines Flughafens untersuchen.

Kompakt & wissenswert
  • Check-in:
    Am Check-in-Schalter bekommen Passagiere eine Bordkarte und geben ihre Koffer auf. Das Gepäck wird noch gewogen und fährt anschließend auf eine unterirdische Gepäckanlage, die es zum richtigen Flieger bringt.
  • Bordkarte:
    Auf der Bordkarte stehen Sitzplatz, Einstiegszeit und die Nummer des Gates. Sie ist die „Eintrittskarte” zur Luftseite.
  • Sicherheitskontrolle:
    Bevor man Zutritt zur Abflughalle erhält, durchläuft das Handgepäck eine sogenannte Durchleuchtungsanlage. Dort wird es „geröntgt“, damit keine unerlaubten Gegenstände (zum Beispiel Messer oder Schere) mit an Bord genommen werden. Jeder Passagier muss auch durch einen Metalldetektor laufen. Ertönt hier ein Signal, wird man von einem Mitarbeiter mit einer Handsonde kontrolliert. Denn Sicherheit geht immer vor!
  • Gate:
    „Gate" wird der Bereich genannt, der die Passagiere zu ihrem Flugzeug führt. Im Wartebereich vor dem Gate können sie noch etwas einkaufen oder essen.
  • Boarding:
    Boarding bedeutet auf Deutsch „an Bord gehen”. Darunter versteht man die Phase zwischen dem Aufruf der Passagiere, dass sie sich zu ihrem Gate begeben sollen, und dem Moment, an dem alle dann im Flieger sitzen und die Türen verriegelt werden. Bevor man in das Flugzeug steigen darf, werden noch einmal Ausweis und Bordkarte kontrolliert.

Sie wollen herausfinden, wie sich die Organisation verbessern lässt. Beispielsweise wie der Austausch von Informationen zwischen den Mitarbeitern besser ablaufen kann. Denn das ist alles gar nicht so einfach: Woher weiß die Crew überhaupt, wann alle Passagiere an Bord sind? Wer muss informiert werden, wenn ein Passagier zwar schon seine Koffer aufgegeben hat, dann aber plötzlich nicht mehr beim „Boarding“ auftaucht? Wie werden Kinder, die allein fliegen, betreut? Viele dieser Vorgänge sind für uns als Passagiere fast so unsichtbar wie die Wirbelschleppen – vom Reinigen der Maschine nach der Landung bis zum Beladen mit Essen und Getränken für den nächsten Flug. All das läuft nämlich meist hinter den Kulissen ab, wo Hunderte von Menschen Hand in Hand zusammenarbeiten müssen, damit alles wie am Schnürchen klappt.

Ein Airbus A380 hebt sicher und pünktlich ab. Bild: Fraport
Ein Airbus A380 hebt sicher und pünktlich ab. Bild: Fraport

Beim Projekt TAM werden die verschiedenen Vorgänge mit Fachleuten aus allen Flughafen-Bereichen erst einmal „durchgespielt”. Da lernen die Spezialisten, welche Folgen ihre Entscheidungen für den ganzen Flughafen haben. Die Ergebnisse dieser Testläufe werden festgehalten und später für die tägliche Arbeit auf dem Flughafen genutzt.

Von all dem bekommt man normalerweise als Passagier, der in den Urlaub fliegt, kaum etwas mit. Aber jetzt kannst du vielleicht ein wenig besser verstehen, was alles notwendig ist, bevor ein Flugzeug etwa zur Ferienreise in den Süden starten kann. Bleibt uns nur noch, einen guten Flug und einen schönen Urlaub zu wünschen!