Sensationelle Entdeckung durch verschollenen Satelliten

Eine Karte des Mondes. Die Falschfarben zeigen verschiedene Zusammensetzungen des Bodens an. Rötliche Farbtöne stehen beispielsweise für eisenhaltige Gesteine, blaue Farbe zeigt wasserhaltige Gebiete an. Die Daten stammen vom indischen Satelliten Chandrayaan-1 bzw. einem amerikanischen Gerät, das auf diesem Satelliten zum Einsatz kam. Bild: ISRO, NASA, JPL, Caltech, Brown Univ., USGS
Eine Karte des Mondes. Die Falschfarben zeigen verschiedene Zusammensetzungen des Bodens an. Rötliche Farbtöne stehen beispielsweise für eisenhaltige Gesteine, blaue Farbe zeigt wasserhaltige Gebiete an. Die Daten stammen vom indischen Satelliten Chandrayaan-1 bzw. einem amerikanischen Gerät, das auf diesem Satelliten zum Einsatz kam. Bild: ISRO, NASA, JPL, Caltech, Brown Univ., USGS

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Unser Mond: Da ist er schon so nah an der Erde dran – zumindest im Vergleich zu anderen Himmelskörpern. Mit Fernrohren und Satelliten haben wir ihn untersucht. Und sogar Astronauten sind schon auf ihm gelandet. Und doch haben wir eines der großen Geheimnisse unseres „Nachbarn“ lange Zeit einfach übersehen …

Diese Bilder zeigen einen jungen Krater auf der „Rückseite“ des Mondes. Sie stammen von der indischen Sonde Chandrayaan-1, genauer von einem amerikanischen Mess-Instrument auf dieser Sonde. Die blaue Einfärbung zeigt wasserhaltige Mineralien an. Bild: ISRO, NASA, JPL, Caltech, USGS, Brown Univ.
Diese Bilder zeigen einen jungen Krater auf der „Rückseite“ des Mondes. Sie stammen von der indischen Sonde Chandrayaan-1, genauer von einem amerikanischen Mess-Instrument auf dieser Sonde. Die blaue Einfärbung zeigt wasserhaltige Mineralien an. Bild: ISRO, NASA, JPL, Caltech, USGS, Brown Univ.

Chandrayaan-1 ist der Name einer indischen Sonde. Sie startete im Oktober 2008 zum Mond, den sie zwei Jahre lang untersuchen sollte. Im August 2009 ist jedoch der Funkkontakt abgerissen. Immerhin lieferte die Sonde bis dahin wissenschaftliche Daten, die man anschließend auswertete – und dabei eine sensationelle Entdeckung machte: Auf dem Mond gibt es Wasser! Und zwar nicht nur – wie Wissenschaftler schon vermutet hatten – in einigen wenigen Kratern, wo nie die Sonne scheint und deshalb Eis existiert. Nein, überall auf der gesamten Mond-Oberfläche sind die Wassermoleküle. Sie bilden allerdings nur eine hauchdünne Schicht. Aber immerhin steht damit fest: Der Mond ist nicht die trockene Stein- und Staubwüste, wie man immer glaubte.

Und apropos „glauben“: Als die Wissenschaftler ihre Entdeckung mitteilten, wollte ihnen zuerst niemand glauben. Erst nachdem die amerikanische NASA die Daten anderer Sonden, die den Mond vor vielen Jahren untersucht hatten, noch einmal genauer analysierte, stellte man fest: Es stimmt! Da sind kleinste Spuren von Wasser …

In diesem Video sind einige der Daten, die die Sonde Chandrayaan-1 vom Mond übermittelt hat, zusammengestellt. Die Wissenschaftler haben die Informationen aus den verschiedenen Wellenlängen eingefärbt – daran erkennen sie später zum Beispiel besser, welche Mineralien es wo auf dem Mond gibt. Die für das menschliche Auge unsichtbaren „Farben“ des Mondes sind also nur künstlich erzeugt. Solche Falschfarbenbilder gibt es in der Raumfahrt häufig, um die wissenschaftlich interessanten Dinge hervorzuheben. Quelle: NASA