Neue Triebwerke für einen möglichst sauberen Flug

Damit die Triebwerke in Zukunft noch weniger Schadstoffe ausstoßen, arbeiten Forscher an ganz neuen Lösungen.<BR> Bild: Airbus
Damit die Triebwerke in Zukunft noch weniger Schadstoffe ausstoßen, arbeiten Forscher an ganz neuen Lösungen.
Bild: Airbus

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Im Straßenverkehr kann man seit einiger Zeit an der Umweltplakette erkennen, wie viele Schadstoffe ein Motor ausstößt. So will man erreichen, dass künftig umweltfreundlichere Autos unterwegs sind. Und auch für die Motoren der Flugzeuge – die Triebwerke – gilt: In Zukunft sollen deutlich weniger Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen.

Wenn Flugbenzin in den Triebwerken verbrannt wird, entstehen Abgase wie zum Beispiel CO2 – das auch als Kohlendioxid bekannt ist und zu den Treibhausgasen gehört, die für die globale Klimaerwärmung verantwortlich sind. Eine einfache Rechnung macht dabei deutlich, welche Mengen an Schadstoffen hier entstehen: Aus jedem Kilogramm Benzin werden nach der Verbrennung im Triebwerk drei Kilogramm Kohlendioxid. Und wenn man bedenkt, dass ein modernes Flugzeug pro Passagier etwa drei Liter auf 100 Kilometer benötigt, wird klar, dass auf diese Weise große Mengen an Schadstoffen in die Atmosphäre gelangen. Wobei man hinzufügen muss: Mit diesen Verbrauchswerten schneiden Flugzeuge noch nicht einmal so schlecht ab, wenn man sie mit Autos vergleicht. Sie fliegen nur eben weit oben in recht empfindlichen Schichten unserer Atmosphäre herum.

Schadstoffarme Triebwerke

Moderne Flugzeug-Triebwerke wie hier beim Airbus A380 sind zwar schon sehr sparsam. Die Triebwerke von morgen sollen aber noch weniger verbrauchen. Bild: Airbus
Moderne Flugzeug-Triebwerke wie hier beim Airbus A380 sind zwar schon sehr sparsam. Die Triebwerke von morgen sollen aber noch weniger verbrauchen. Bild: Airbus

Deshalb haben sich die Experten im Jahr 2001 darauf geeinigt, den Ausstoß von CO2 bis zum Jahr 2020 um die Hälfte zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie völlig neue Wege gehen. Vor allem bei der Entwicklung schadstoffarmer Triebwerke stoßen die Forscher in ganz neue Bereiche vor: Da werden zum Beispiel neuartige Materialien benötigt, die im Inneren eines Triebwerks extreme Temperaturen und großen Druck aushalten können. Übrigens: Solche hitzebeständigen Werkstoffe kann man etwa auch für Bremsscheiben und andere Dinge nutzen – überall da eben, wo’s richtig heiß zugeht.

„Bio-Flieger“ am Himmel?

Beim DLR arbeiten Forscher an der Konstruktion neuer Triebwerke. Hier wurde der Ventilator am Einlass so verbessert, dass weniger Kraftstoff benötigt wird. Bild: DLR
Beim DLR arbeiten Forscher an der Konstruktion neuer Triebwerke. Hier wurde der Ventilator am Einlass so verbessert, dass weniger Kraftstoff benötigt wird. Bild: DLR

Eine andere Idee betrifft neue und schadstoffarme Kraftstoffe. Ihr kennt das vielleicht von den Autos, die inzwischen auch Bio-Diesel tanken können. Wird es also eines Tages so etwas wie „Bio-Flieger“ geben? Nun, im Vergleich zum Straßenverkehr gelten in der Luftfahrt sehr viel strengere Regeln für die Sicherheit – und das gilt auch für Treibstoffe. Denn wenn ein Auto ins Stottern gerät und vielleicht auch stehen bleibt, weil der Motor einen Kraftstoff nicht „verträgt“, ist das vielleicht lästig. Ein Flugzeug würde in einem solchen Fall aber logischerweise nicht einfach „stehen bleiben“: Dort oben gibt es bekanntlich keinen Straßenrand, wo man bei einem Defekt mal eben parken könnte ... Um also neuartiges Flugbenzin herzustellen, das weniger Schadstoffe produziert und im Luftverkehr eingesetzt werden kann, ist noch viel Forschungsarbeit nötig. Und das gilt auch für andere Antriebssysteme wie Brennstoffzellen, die man zurzeit in ersten Forschungsflugzeugen testet.