Der Beginn eines neuen Zeitalters

Gagarins Flug machte weltweit Schlagzeilen. Hier eine amerikanische Zeitung. Bild: NASA
Gagarins Flug machte weltweit Schlagzeilen. Hier eine amerikanische Zeitung. Bild: NASA

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Es ist der 12. April 1961. Ein Mann fällt der Erde entgegen. Sein Raumschiff ist gefährlich ins Trudeln geraten. Per Schleudersitz und Fallschirm rettet er sich aus der unkontrollierbar durch die Luft torkelnden Kapsel und landet schließlich auf einem Acker. Landarbeiter staunen nicht schlecht, als der Mann nach oben deutet und sagt, dass er eben aus dem Weltraum komme. Er heißt Juri Gagarin und hat gerade als erster Mensch das bis dahin Unvorstellbare geschafft: Er war im All!

So oder so ähnlich hat es sich wohl zugetragen. Und 50 Jahre ist das alles nun her. Es war der Beginn eines neuen Zeitalters: Seitdem sind zahlreiche Menschen ins All gestartet – bis heute waren insgesamt über 500 Raumfahrer im Weltraum. Anfangs ging es noch um ein Wettrennen der Supermächte: auf der einen Seite die damalige Sowjetunion, die später in Russland und viele einzelne Staaten zerfiel, auf der anderen Seite die USA. Beide Länder wollten beweisen, dass sie in Sachen Technik die „Nummer 1“ und damit allen anderen Staaten der Welt überlegen waren. Mit Gagarins Flug hatte die Sowjetunion diesen Wettlauf in die Umlaufbahn gewonnen – erst einen Monat später flog US-Astronaut Alan Shepard in den Weltraum, ohne aber die Erde zu umrunden, was erst John Glenn im folgenden Jahr gelang.

Aus Konkurrenz wurde Kooperation

Das nächste große Ziel war der Flug zum Mond. Und diesmal hatten die Amerikaner mit ihrem Apollo-Programm die Nase vorn: Im Juli 1969 landeten Neil Armstrong und Edwin Aldrin als erste Menschen auf unserem Trabanten. Es folgten erste Raumstationen und viele weitere Missionen.

Später entwickelte sich eine weltweite Zusammenarbeit – bis hin zur heutigen Internationalen Raumstation ISS, an der Russland und die USA sowie Europäer, Japaner und Kanadier gemeinsam beteiligt sind. Die wichtigsten Meilensteine der Geschichte der Raumfahrt – ob mit oder ohne Astronauten an Bord – könnt ihr hier nachlesen.

Ein rätselhafter Held

Juri Gagarin kurz vor dem Start. Bild: Roskosmos.
Juri Gagarin kurz vor dem Start. Bild: Roskosmos.

Gagarin hatte die Erde lediglich einmal umrundet – sein Flug dauerte nur etwas mehr als 100 Minuten. Einige Jahre später (1968) starb er bei einem Flugzeugabsturz unter immer noch nicht ganz geklärten Umständen. Einige sagen, er hätte vor dem Flug Alkohol getrunken, andere berichten von technischen Problemen. Auch insgesamt gab es viele Gerüchte um seine Person. Eines besagt, dass zuvor schon ein anderer Kosmonaut aus der Sowjetunion im All war, aber bei der Landung so schwer verletzt wurde, dass man ihn nicht als den strahlenden Helden vorzeigen konnte und diesen Flug daher einfach vor der Öffentlichkeit geheim hielt. Auch wurde lange Zeit verschwiegen, dass sich Gagarin bei seiner Landung gar nicht mehr an Bord der Kapsel befand, sondern eben schon einige Kilometer zuvor ausgestiegen und mit dem Fallschirm zu Boden gesegelt war. Wie auch immer: In Russland galt und gilt Gagarin als Held. Und auch international ist mit seinem Namen der Beginn der bemannten Raumfahrt verbunden.