Für Mondsüchtige: den Apollo-Astronauten auf der Spur!

So verfolgten Millionen Fernsehzuschauer die Apollo-Missionen: Die Funkbilder – hier von Apollo 17 – waren ziemlich verwaschen und es kamen Gerüchte auf, das alles sei in Filmstudios auf der Erde gedreht worden. Stimmt aber nicht: Die Apollo-Landungen auf dem Mond fanden wirklich statt! Ihr könnt sogar selbst im Internet die Spuren der Astronauten entdecken. Bild: NASA
So verfolgten Millionen Fernsehzuschauer die Apollo-Missionen: Die Funkbilder – hier von Apollo 17 – waren ziemlich verwaschen und es kamen Gerüchte auf, das alles sei in Filmstudios auf der Erde gedreht worden. Stimmt aber nicht: Die Apollo-Landungen auf dem Mond fanden wirklich statt! Ihr könnt sogar selbst im Internet die Spuren der Astronauten entdecken. Bild: NASA

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Immer wieder hört man die Behauptung, dass die Apollo-Astronauten überhaupt nicht auf dem Mond waren. Das ist natürlich Unsinn: Sechs Mal sind Mondfähren – immer mit 2 Mann an Bord – auf dem Mond gelandet. Die Beweise könnt ihr selbst im Internet sehen!

Seit Juni 2009 umkreist die unbemannte US-Sonde „Lunar Reconnaissance Orbiter“ (LRO) den Mond. Dabei fotografierte LRO die Mond-Oberfläche aus nur 50 Kilometer Entfernung – superscharfe Bilder!

Interaktive Karte vom Mond

Diese Fotos kannst du dir im Web ansehen: in einer interaktiven Karte der gesamten Mond-Oberfläche! Sie stammt vom „LROC Science Operations Center“ der Arizona State University. Von der Gesamtansicht des Mondes kann man an jedem Punkt so tief in die Mond-Landschaft hineinzoomen, wie es die Auflösung der LRO-Bilder erlaubt. So werden spannende Entdeckertouren zwischen Bergen, Kratern und Rillen möglich.

Die sechs Landestellen der Apollo-Missionen sieht man da auch – und zwar in besonders guter Auflösung: Denn im August 2011 sauste die LRO-Sonde noch niedriger als sonst über den Mond – in einem Tiefflug von nur 20 Kilometern! Die dabei gewonnenen Bilder zeigen tatsächlich die Spuren der Astronauten! Nicht jeden einzelnen Fußabdruck, aber doch die Wege, die die As­tro­nauten auf der Oberfläche zurückgelegt haben. Und auch die Spurrillen der Mond-Rover! Noch deutlicher erscheinen die Rover selbst – also die Mond-Autos, die bei einigen Apollo-Missionen zum Einsatz kamen – und natürlich die Reste der Landefähren. Nur zum besseren Verständnis: Diese Mini-Raumschiffe dienten bei allen Missionen jeweils zwei Astronauten zur Landung auf dem Mond, während das größere Mutterschiff mit dem dritten Crew-Mitglied in einer Umlaufbahn um den Mond „parkte“. Bei der Rückkehr von der Mond-Oberfläche blieb der untere Teil der Mondfähre – quasi das „Landegestell“ mit den Beinen – auf dem Mond zurück. Und diese Reste der Mondfähren sieht man auf den Fotos ziemlich klar.

Wie du die Landestellen finden kannst

Wie ihr nun selbst diese Beweise für die Mondlandungen zwischen den unzähligen Kleinkratern und anderen natürlichen Oberflächendetails findet? Da gibt es mehrere Möglichkeiten:

Die „Profis“ unter euch werden versuchen, sich auf eigene Faust an die Landestellen heranzupirschen. Wer sich mit den Apollo-Missionen auskennt, weiß nämlich, in welchen Gebieten er suchen muss. Bei Apollo 15 könnte der Knick in der sogenannten Hadley-Rille am Fuße des Apenninengebirges einen guten Ausgangspunkt für die Suche bilden. Weit entfernt kann die Landestelle von dort aus nicht sein, schließlich sind die Astronauten damals mit ihrem Rover bis an den Rand der Rille gefahren. Und tatsächlich findet man nach einiger Suche bei höchster Zoom-Stufe merkwürdige Spuren, die nicht zur natürlichen Mond-Oberfläche passen. Hat man die Stelle erst einmal gefunden, gibt es keinen Zweifel mehr.

Hier übrigens das berühmte Video, das die Fahrt mit dem Mond-Auto genau an dieser Stelle zeigt:

 2.7.5.5 Best of Space

Mit dem Mond-Auto unterwegs. Diese Filmaufnahmen entstanden bei Apollo 15. Quelle: NASA

Damit die Suche nicht zu schwierig wird, hat unser „mondsüchtiger“ Kollege Rolf Hempel hier zur groben Orientierung alle Apollo-Landestellen in einem Mond-Panorama eingezeichnet, das er mit seinem Teleskop aufgenommen hat.

Der Mond – genauer die der Erde zugewandte Seite, auf der alle sechs Apollo-Landungen erfolgten. Eingezeichnet sind alle Apollo-Landestellen. Bild: Rolf Hempel
Der Mond – genauer die der Erde zugewandte Seite, auf der alle sechs Apollo-Landungen erfolgten. Eingezeichnet sind alle Apollo-Landestellen. Bild: Rolf Hempel

Für alle, die nicht lange suchen möchten, gibt es eine Abkürzung: Das "Quick map Site Listing" gibt für alle Apollo-Landungen einen mit [QMAP] bezeichneten Link, der ziemlich genau zur gewünschten Stelle in der LRO-Karte bei höchster Zoom-Stufe führt. Schiebt man das Bild mit der Maus etwas hin und her, ist die genaue Position schnell gefunden. Durch Heraus-Zoomen aus dieser Nahansicht findet man umgekehrt schnell heraus, wo die Stelle auf dem Mond liegt.

Aber viel größer ist das Erfolgserlebnis, wenn man einen Landeplatz nach langer Jagd selbst gefunden hat! Neben Apollo 15 gelingt das am einfachsten für Apollo 16, zwischen den kleinen, aber auffälligen Kratern „North Ray“ und „South Ray“ gelegen, und bei Apollo 17 im Taurus-Littrow-Tal. Die gut sichtbaren Fahrspuren der Mond-Rover, die nur bei diesen drei letzten Missionen mitgeführt wurden, und die markante Topologie der Landestellen erleichtern die Aufgabe. Nach diesen Vorübungen kann man sich dann an die schwierigeren frühen Missionen heranwagen. Zusammen mi Rolf Hempel, dem wir für die vielen Hinweise danken, wünschen wir euch viel Spaß dabei!

Videos zu diesem Thema

Zu den LRO-Bildern hier noch ein interessanter kurzer Film.

Übrigens: Alle angeblichen „Beweise“, dass die Mondlandungen eine Fälschung wären, hat die NASA längst wiederlegt. Ein guter Film dazu lief vor einiger Zeit mal auf N24 – siehe hier. Und auch der deutsche Physik-Professor Harald Lesch hat dem Thema eine ziemlich verrückte Sendung gewidmet, die ihr hier findet. Da wird alles ganz ausführlich erklärt.