Sternstunde der Raumfahrt

Die Landestelle von Curiosity: der Gale-Krater. Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)
Die Landestelle von Curiosity: der Gale-Krater. Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)

Der Mars-Rover Curiosity.

Missionsziele:

  • – wissenschaftliche Untersuchung zur Geschichte des Mars (auch zu Bedingungen für einfache Lebensformen – sei es früher oder sogar noch heute)
  • – Senden von hochaufgelösten Farbfotos

Meilensteine:

  • 26. November 2011: Start der Mission Curiosity
  • August 2012: Curiosity erreicht die Marsumlaufbahn
  • 6. August 2012: Curiosity landet spektakulär auf der Oberfläche des Mars
  • Anschließend: Erkundungsfahrt im weiteren Umkreis der Landestelle (Gale-Krater)

Hintergrund:

Am 6. August 2012 landete der NASA-Rover Curiosity auf dem Mars. Es handelt sich um die anspruchsvollste Mission zu einem anderen Himmelskörper! Der Rover wiegt rund eine Tonne. Mindestens zwei Jahre lang soll er den Mars erkunden. Und schon die Landung war eine Sternstunde der Raumfahrt!

Bisher landeten Mars-Rover mit Hitzeschutzschild und Fallschirm, bevor das automatische Fahrzeug – gut in Airbags verpackt – auf der Oberfläche abgesetzt wurde. Dafür war Curiosity viel zu schwer! Also musste sich die NASA ein anderes Szenario für die Landung überlegen. Statt Airbags kam ein „Himmelskran“ zum Einsatz. Er sorgte mit seinen Bremsdüsen für eine weiche Landung. Das Verfahren war noch nie zuvor eingesetzt worden. Würde alles gut gehen? Ja, es ging gut! Sehr gut sogar! Hier ein Video, das die entscheidende Phase vom Eintritt in die Mars-Atmosphäre bis zur Landung zeigt (die Bilder der Sonde sind natürlich eine Animation, die mit den Aufnahmen aus dem Kontrollraum kombiniert wurde):

Hier das NASA-Video, das die dramatischen Minuten der Landung zeigt. Quelle: NASA

Das Landegebiet liegt im Gale-Krater. Das ist ein 150 Kilometer großer Krater, der vor rund 3 Milliarden Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden auf dem Mars entstand. Der Krater muss in der Folgezeit voll Wasser gelaufen sein, das es früher mal auf dem Mars gab.

 7.32 Sternstunde der Raumfahrt

So sieht die Landestelle im „virtuellen Rundflug“ aus. Die Daten stammen von der deutschen Mars-Kamera, die sich auf der ESA-Sonde Mars Express befindet. Quelle: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)

Deshalb hatte man genau dieses Zielgebiet ausgesucht: Denn wo es Wasser gab, könnte es auch mal Leben gegeben haben – zumindest einfache Lebensformen. Danach zu suchen, ist nun die Aufgabe des Rovers. Er hat viele wissenschaftliche Instrumente an Bord, die zum Beispiel mit Bohrern im Boden graben, die Bodenproben direkt vor Ort analysieren und dann die Ergebnisse zur Erde funken.

Außerdem sendet Curiosity die besten Fotos zur Erde, die wir je von der Oberfläche des Roten Planeten gesehen haben. Vielleicht erhalten wir dank dieser Mission die Antwort auf die entscheidende Frage, um die es in der Mars-Forschung geht: Gab oder gibt es dort Leben? Der Rover kann zwar nicht direkt Leben nachweisen. Aber er kann feststellen, ob es auf dem Mars einmal Bedingungen gegeben hat, die Leben ermöglicht haben. Einige Anzeichen deuten darauf hin. So hat der Rover Gesteine (sogenannte Sedimente) entdeckt, die sich nur in Gewässern gebildet haben können. Anscheinend ist seine Landestelle ein ausgetrockneter Urzeit-See. Und im Boden wurden genau die chemischen Elemente gefunden, die für die Entstehung von Leben wichtig sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor. Auch Jahre nach der Landung bleibt diese Mission noch immer spannend …

Wer ganz aktuell mal nachsehen will, wie es auf dem Mars so aussieht: Hier sind Rohdaten von Curiosity-Kameras, die vor allem Hindernisse und Unebenheiten erkennen sollen, und aufbereitete Bilder, die sich oft aus vielen farbigen Einzelbildern zusammensetzen.

Und hier noch etwas ganz Besonderes: eine Animation, bei der ihr mit dem Curiosity-Rover seine Fahrt über die Marslandschaft verfolgen könnt.