Sternstunde der Raumfahrt


Am 6. August 2012 landete der NASA-Rover Curiosity auf dem Mars. Es handelt sich um eine der anspruchsvollsten Missionen zu einem anderen Himmelskörper! Und schon die Landung war eine Sternstunde der Raumfahrt!

Die Landestelle von Curiosity: der Gale-Krater. Bild: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)

Bisher landeten Mars-Rover mit Hitzeschutzschild und Fallschirm, bevor das automatische Fahrzeug – gut in Airbags verpackt – auf der Oberfläche abgesetzt wurde. Dafür war Curiositys Gewicht viel zu schwer: Immerhin ist der Rover so groß wie ein Auto und wiegt rund eine Tonne! Also musste sich die NASA ein anderes Szenario für die Landung überlegen. Statt Airbags kam ein „Himmelskran“ zum Einsatz. Er sorgte mit seinen Bremsdüsen für eine weiche Landung. Das Verfahren war noch nie zuvor eingesetzt worden. Würde alles gut gehen? Ja, es ging gut! Sehr gut sogar! Hier ein Video, das die entscheidende Phase vom Eintritt in die Mars-Atmosphäre bis zur Landung zeigt (die Bilder der Sonde sind natürlich eine Animation, die mit den Aufnahmen aus dem Kontrollraum kombiniert wurde):

Das Landegebiet liegt im Gale-Krater, den Curiosity mehrere Jahre lang untersuchen soll. Das ist ein 150 Kilometer großer Krater, der vor rund 3 Milliarden Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden auf dem Mars entstand. Der Krater muss in der Folgezeit voll Wasser gelaufen sein, das es früher mal auf dem Mars gab.

So sieht die Landestelle im „virtuellen Rundflug“ aus. Die Daten stammen von der deutschen Mars-Kamera, die sich auf der ESA-Sonde Mars Express befindet. Quelle: ESA, DLR, FU Berlin (G. Neukum)

 7.32 Sternstunde der Raumfahrt

Deshalb hatte man genau dieses Zielgebiet ausgesucht: Denn wo es Wasser gab, könnte es auch mal Leben gegeben haben – zumindest einfache Lebensformen. Danach zu suchen, ist bis heute die Aufgabe des Rovers. Er hat viele wissenschaftliche Instrumente an Bord, die zum Beispiel mit Bohrern im Boden graben, die Bodenproben direkt vor Ort analysieren und dann die Ergebnisse zur Erde funken. Und Curiosity ist fündig geworden!

Der Mars-Rover Curiosity.

So hat der Rover Gesteine (sogenannte Sedimente) entdeckt, die sich nur in Gewässern gebildet haben können. Anscheinend ist seine Landestelle tatsächlich ein ausgetrockneter Urzeit-See. Und im Boden wurden genau die chemischen Elemente gefunden, die für die Entstehung von Leben wichtig sind: Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor. Auch Jahre nach der Landung bleibt diese Mission noch immer spannend …

Wer ganz aktuell mal nachsehen will, wie es auf dem Mars so aussieht: Hier sind Rohdaten von Curiosity-Kameras, die vor allem Hindernisse und Unebenheiten erkennen sollen, und aufbereitete Bilder, die sich oft aus vielen farbigen Einzelbildern zusammensetzen.

Und hier noch etwas ganz Besonderes: eine Animation, bei der ihr mit dem Curiosity-Rover seine Fahrt über die Marslandschaft verfolgen könnt.