Die Gewinner-Experimente der Aktion 42: schwerelose Seifenblasen und ein „Schall-Antrieb“

Bei den Gewinner-Experimenten der Aktion 42 geht es um Seifenblasen in Schwerelosigkeit.
Bei den Gewinner-Experimenten der Aktion 42 geht es um Seifenblasen in Schwerelosigkeit.

Die Gewinner der Aktion 42 stehen fest! Bei diesem außergewöhnlichen Schülerwettbewerb konnten Jugendliche selbst Ideen für ein Weltraum-Experiment entwickeln, das vom deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst im nächsten Jahr auf der Internationalen Raumstation ISS durchgeführt wird. Nun hat die Jury entschieden – und nicht nur einen Experiment-Vorschlag ausgewählt, sondern gleich drei Versuche auf den ersten Platz gesetzt, die in einer spannenden Kombination realisiert werden sollen. Dabei geht es um die Frage, wie sich Seifenblasen in Schwerelosigkeit verhalten und ob man sie mit Schallwellen in Bewegung versetzen kann.

Max Neumerkel, Enrico Olzmann und Thomas Poller (von links nach rechts) Quelle: eigenes Bild

Über 50 Schülerinnen und Schüler hatten an dem Ideenwettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der Stiftung Jugend forscht e.V. teilgenommen und Vorschläge eingereicht.

Ganz unabhängig voneinander kamen dabei zwei Schüler-Teams auf die Idee, Seifenblasen in Schwerelosigkeit zu untersuchen– nämlich Thomas Poller (17), Enrico Olzmann (17) und Max Neumerkel (17) vom Gymnasium am Sandberg in Wilkau-Haßlau in Sachsen wie auch Julius Schölkopf (15) und Lukas Bonfert (15) vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar.

 

Lukas Bonfert und Julius Schölkopf (von links nach rechts) Quelle: eigenes Bild

Die Schüler überlegten dabei recht clever, dass Seifenblasen in Schwerelosigkeit einige Besonderheiten aufweisen müssten. Denn auf der Erde sorgt die Schwerkraft dafür, dass das Wasser innerhalb einer Seifenblase nach unten gezogen wird und der Seifenfilm daher im oberen Teil schnell recht dünn ist – weshalb die Seifenblase nach kurzer Zeit platzt. In Schwerelosigkeit sollten Seifenblasen dagegen viel länger stabil bleiben. Die Schüler fragten sich nun: Sind schwerelose Seifenblasen vielleicht sogar „unsterblich“? Und was passiert, wenn man eine Büroklammer hineinsteckt? Oder zwei Seifenblasen zu einer einzigen vereint?

Katrin Geigenberger, Quelle: eigenes Bild

Alexander Gerst wird all das auf der ISS untersuchen – und die Seifenblasen zusätzlich einem ungewöhnlichen „Schall-Test“ unterziehen. Denn auch die 16-jährige Katrin Geigenberger vom Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium in Pullach überzeugte die Jury mit einem interessanten Experimentvorschlag, bei dem es um Schallwellen geht: Ob man mit dem Kammerton A oder mit anderen Tönen die Seifenblasen und vielleicht auch schwebende Wasserkugeln in Bewegung versetzen kann? Alexander Gerst wird es ausprobieren.

 

„Wir sind von den Ideen der Jugendlichen sehr begeistert“, sagt DLR-Projektleiter Dr. Matthias Sperl vom DLR-Institut für Materialphysik im Weltraum. „In dieser Kombination sind diese Fragen noch nie untersucht worden. Die Versuche sind auch aus wissenschaftlicher Sicht sehr reizvoll.“

Das DLR wird die ausgewählten Ideen jetzt in engem Kontakt mit den „Jungwissenschaftlern“ für die Durchführung auf der ISS vorbereiten und „weltraumtauglich“ machen. Die Gewinner werden – zusammen mit vier weiteren Teams, die es auf die vorderen Plätze geschafft haben – zu einer Startveranstaltung eingeladen, um live dabei zu sein, wenn Alexander Gerst im Mai 2014 zur ISS fliegt. Und sie treffen den ESA-Astronauten nach seinem Flug zu einem persönlichen Gespräch. Darüber hinaus erhalten alle Schüler-Teams, die mitgemacht haben, vom DLR ein großes „Raumfahrt-Überraschungspaket“.

Die Aktion 42 – bei der die Schüler für ihre Versuche ausschließlich Objekte aus einer Liste von 42 „Zutaten“ verwenden durften – ist nur eine von vielen Maßnahmen für Jugendliche rund um die Mission von Alexander Gerst. Unterrichtsmaterialien zur Forschung in Schwerelosigkeit und viele andere Aktivitäten werden in den nächsten Wochen und Monaten folgen. DLR und ESA wollen so gerade auch junge Leute für Naturwissenschaften und Technik interessieren.