RapidEye



 

Das Satellitensystem Rapid Eye soll ab 2007 detaillierte Daten von der Erde liefern. Bild: Rapid Eye AG

Das Rapid Eye System besteht aus fünf kleinen Beobachtungssatelliten und wird von MACDONALD DETTWEILER (Kanada) als Prime Contractor geliefert. Jeder Satellit trägt als Nutzlast den Multi-Spectral-Imager (MSI), eine CCD-Kamera. Die Firma JenaOptronik (DJO) ist verantwortlich für die Entwicklung und Fertigung des MSI. Die Einrichtung Optische Informationssysteme (OS) des DLR in Berlin wurde von der Firma DJO mit der Entwicklung der Front End Electronic (FEE) des MSI beauftragt. In enger Zusammenarbeit mit der Firma DJO wird in DLR-OS die FEE-Entwicklung als Raumfahrt KnowHow Transferprojekt durchgeführt.

RapidEye Idee:

Eine private Firma will im Jahr 2007 fünf Satelliten in eine Erdumlaufbahn bringen, die jeden Tag ein Bild von jedem beliebigen Punkt der Erde machen sollen. Die Daten, so die Hoffnung, dürften für viele Unternehmen interessant sein - etwa zur Ernteplanung.

Erstmals investiert ein deutsches Privatunternehmen in großem Umfang in ein Raumfahrtprojekt. Es wird dabei unterstützt durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) und durch das Land Brandenburg. Das DLR hat mit der Rapid Eye AG einen Kooperationsvertrag in öffentlich-privater Partnerschaft geschlossen und sich mit seiner Investition von 14,7 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die wissenschaftliche Nutzung der Daten gesichert. In Brandenburg sollen 140 Arbeitsplätze im Bereich Raumfahrt entstehen. 

Nach Abschluss der Finanzierung des Rapid Eye-Systems kann der Einstieg in eine neue Qualität von Erderkundungs-Datenservices beginnen. Das Satellitensystem Rapid Eye mit seinen auf fünf Satelliten montierten optischen Kameras, wird erstmals in der Lage sein, hohe Wiederholraten und damit eine hohe Aktualität der Informationsprodukte zu gewährleisten. Es wird täglich von jedem Punkt der Erde eine Aufnahme machen können. Sollten Wolken dies verhindern, so besteht im Gegensatz zu anderen Systemen bereits 24 Stunden später die nächste Aufnahmemöglichkeit.

Für kommerzielle Kunden aus Landwirtschaft, Ernährungsindustrie, von Versicherungen, aber auch von Organisationen, die im Bereich Katastrophenhilfe tätig sind, werden die Datenprodukte von hohem Nutzen sein. Denn sie umfassen thematische Karten wie Bestimmung von Ernteschäden, Ernteplanung und -vorhersagen genauso wie digitale Höhenmodelle. Darüber hinaus sollen die Informationen staatlichen und internationalen Einrichtungen zur Verfügung gestellt werden, etwa zur Kontrolle von Umweltvereinbarungen, zur Bereitstellung für humanitäre Einsätze und auch zur Erstellung einer europaweiten einheitlichen Datenbasis.

Neben der kommerziellen Nutzung ermöglicht das DLR durch diese Investition den deutschen Wissenschaftlern die kostenlose routinemäßige Nutzung von Fernerkundungsdaten in zahlreichen geowissenschaftlichen sowie umweltforschungs-relevanten Anwendungsfeldern. Hierzu zählen die Beobachtung des Vegetationszustandes, Indikatoren des "Umweltstresses" und die Folgen von Naturkatastrophen. Der zukünftige Sitz des Unternehmens wird nahe Berlin in Brandenburg an der Havel sein. Die Rapid Eye AG investiert insgesamt 150 Millionen Euro in das neue System, in die auch 37 Millionen Euro Zuwendung des Landes Brandenburg einfließen.


Kontakt
Dr.-Ing. Andreas Eckardt
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Optische Sensorsysteme
, Optische Sensoren und Elektronik
Tel: +49 30 67055-539

Fax: +49 30 67055-532

E-Mail: Andreas.Eckardt@dlr.de
URL dieses Artikels
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