Historie

Geschichte der Einrichtung



Geschichte der Einrichtung OS am Standort Berlin-Adlershof

  • Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung (1957 - 1966)
  • Heinrich-Hertz-Institut für Solar-Terrestrische Physik (1967 - 1968)
  • Zentralinstitut für Solar-Terrestrische Physik (1969 - 1971)
  • Forschungsstelle für Kosmische Elektronik (1972)
  • Institut für Elektronik (1973 -1980)
  • Institut für Kosmosforschung (1981 - 1991)
  • Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (1992 - 1994)
  • Institut für Planetenerkundung / Institut für Weltraumsensorik (1994 - 1998)
  • Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung (1999 - 2002)
  • Kompetenzzentrum (2003)
  • Einrichtung OS (ab 09/2003)
  • Einrichtung Optische Informationssysteme am Institut für Robotik und Mechatronik (2006- )

Erste Arbeiten zur Weltraumforschung wurden in der Akademie der Wissenschaften der DDR (bis 1968 Deutsche Akademie der Wissenschaften) im Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung und im Observatorium für Ionosphärenforschung in Kühlungsborn ausgeführt. Im Jahr 1969 wurde das Zentralinstitut für Solar-Terrestrische Physik gegründet. Ubergangsweise wurde 1972 die Forschungsstelle für Kosmische Elektronik geschaffen, die 1973 in das Institut für Elektronik überführt wurde. Seit 1981 hieß das Institut “Institut für Kosmosforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR“.

IKF

Das wissenschaftliche Profil des IKF wurde durch Grundlagen- und angewandte Forschung sowie technische Entwicklungen zur Nutzung der Raumfahrt bestimmt. Insbesondere geschah dies auf den Gebieten Fernerkundung der Erde, extraterrestrischer Forschung und in geringem Maße zum Materialverhalten unter Mikrogravitationsbedingungen. Das IKF beteiligte sich überwiegend an der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung entsprechender wissenschaftlicher Experimente an Bord der sowjetischen Raumstation und auf Forschungssatelliten.

Forschungen zur Nutzung der Raumfahrt für wirtschaftliche Aufgaben wurden vom IKF auf folgenden Gebieten geführt:

  • Fernerkundung der Erde, insbesondere mit spektrometrischen und abbildenden optoelektronischen Systemen (Einsatzgebiet: auf sowjetischen Satelliten und Flugzeugen),
  • Meteorologie und Nachrichtentechnik, insbesondere mit Entwicklungen zum Empfang und zur Verarbeitung von Satellitendaten mit hohen Datenraten,
  • Mehrdimensionale Signalverarbeitung, Bildverarbeitung, Systemelektronik und optoelektronische Meßtechnik.

Forschungen zur Raumfahrtnutzung für naturwissenschaftliche Aufgaben wurden betrieben auf den Gebieten:

  • Kosmische Plasmaphysik, einschließlich der Modellierung der Plasma Neutralgaswechse und der Messung schwacher magnetischer Felder
  • Entwicklung des Planetensystems, insbesondere durch Modellierung präplanetarer Prozesse, Untersuchung der stofflichen Eigenschaften planetarer Körper und Auswertung videospektrometrischer Informationen
  • Hochernergie-Astrophysik,
  • kosmische Materialforschung, insbesondere zum Einfluß der Mikrogravitation auf kristaline Prozesse


Das IKF verfügte weiterhin über die Leistungsfähigkeit kosmosfeste Flugmuster zu entwickeln, zu qualifizieren, zu fertigen und sie kosmosspezifischen Prüfungen und Meßtechnologien zu unterziehen.

1988 waren 480 Mitarbeiter am IKF tätig.*

Bereits am 20.4.1990 unterzeichnete das DLR mit dem IKF eine Vereinbarung, deren Ziel es war, die Arbeiten beider Einrichtungen aufeinander abzustimmen. Dies bezog sich seitens des IKF vor allem auf die Extraterrestrische Physik, die Spektrometrische Fernerkundung, auf die Entwicklung optoelektronischer Systeme und die Entwicklung und Prüfung von Nutzlasten für sowjetische Weltraumforschungsraketen sowie den Ausbau und den Betrieb einer Satellitenbodenstation bei Neustrelitz.

Auf der Grundlage dieser Vereinbarung wurde die Begutachtung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit des IKF durch ein Gremium, bestehend aus 8 externen Wissenschaftlern, in den folgenden Monaten durchgeführt. Inder Zeit vom 22.10. bis 26.10. 1990 wurde das IKF noch durch den Wissenschaftsrat der BRD evaluiert.

Die sehr guten Ergebnisse beider Überprüfungen und die daraus resultierenden Empfehlungen führten zur Gründung des DLR-Standortes Berlin-Adlershof zum 1.1.1992. Damit wurde das wissenschaftliche Profil, das Know-How und die Kompetenz des ehemaligen IKF weitgehend erhalten und in neue Strukturen der gesamtdeutschen Forschungslandschaft eingebracht. Die Satellitenbodenstation in Neustrelitz wurde fachlich dem Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum in Oberpfaffenhofen zugeordnet und administrativ an Berlin Adlershof angebunden.

1992 hatte der  Berliner DLR-Standort 286 Mitarbeiter.*

Die Gründung des Standortes erfolgte durch Zusammenführung und Konzentration der Arbeiten auf dem Gebiet der Weltraumsensorik des ehemaligen Instituts für Kosmosforschung mit den Aktivitäten des DLR zur Planetenerkundung, die aus Oberpfaffenhofen nach Berlin verlagert wurden. Hieraus resultierte die Gründung zweier neuer DLR-Institute:

  • Institut für Planetenerkundung sowie das
  • Institut für Weltraumsensorik

Im Januar 1999 wurden die beiden Institute zu einem 'Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung' zusammengefaßt.

Gerichtet auf die Erkundung unserer Nachbarplaneten und unserer Erde und eingebunden in internationale Raumfahrtprogramme und Missionen entwickelt das Institut Schlüsseltechnologien auf dem Gebiet der Optik, insbesondere der optischen und Infrarotsensorik und den dazugehörigen Feldern der Datenverarbeitung und Informationstechnologie, die in Zukunft noch konsequenter und systematischer als bisher auch in andere Anwendungsfelder transferiert und kommerzialisiert werden sollen.

Mit seiner Gründung im Jahr 1992 ist Berlin-Adlershof der "jüngste" unter den Forschungsstandorten des DLR . In Anknüpfung an die in direkter Nachbarschaft ab 1912 angesiedelten Aktivitäten der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) setzt er jedoch die Tradition "deutscher Luftfahrtforschung der ersten Stunde" in der Raumfahrt fort.

Quelle: Archiv des Deutschen Zentrums für Luft - und Raumfahrt, Bestand Berlin-Adlershof

*) Quelle: Katharina Hein-Weingarten 'Das Institut für Kosmosforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR'


URL dieses Artikels
http://www.dlr.de/os/desktopdefault.aspx/tabid-3504/5474_read-7921/
Links zu diesem Artikel
http://www.perlentaucher.de/buch/6059.html
http://www2.rz.hu-berlin.de/leibniz-sozietaet/publ_rez_hein_ks.htm
Texte zu diesem Artikel
Geschichte des Standorts (http://www.dlr.de/os/desktopdefault.aspx/tabid-3504/5474_read-7923/usetemplate-print/)