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Zunehmende Verschmutzung der Arktis infolge des Klimawandels – IPA erforscht Schadstoffquellen

30. August 2012

Zunehmende Verschmutzung der Arktis infolge des Klimawandels – IPA erforscht Schadstoffquellen

Der Klimawandel führt zu einer Zunahme des Importes von Schadstoffen in die Nordpolarregion sowie zu einem Anstieg der lokalen Emissionen in der Arktis. Die Eisbedeckung im Nordpolarmeer hat seit den 1960 Jahren bereits um 50 Prozent abgenommen. Dadurch wird in absehbarer Zeit der transpolare Schiffsverkehr und die Gas- und Ölförderung in der Arktis stark zunehmen. Der Eintrag von Schadstoffen in die Nordpolarregion von Quellen außerhalb der Arktis ist bereits angestiegen. Hier sind insbesondere die Emissionen von Waldbränden in Nordamerika und Sibirien zu nennen. Im von der Europäischen Union geförderten Projekt ACCESS (Arctic Climate Change, Economy and Society) führten Wissenschaftler des Instituts für Physik der Atmosphäre im Juli 2012 Schadstoffmessungen mit dem Forschungsflugzeug Falcon in der Arktis durch.

Die Falcon war in Andoya, Nordnorwegen, stationiert und untersuchte bei 13 Messflügen die Emissionen und Verteilung von gasförmigen Verbindungen, wie z.B. von Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen undSchwefeldioxid, sowie von Partikeln, wiez.B. Ruß. Im Tiefflug wurden die Emissionen von verschiedenen Schiffstypen (Fracht- und Passagierschiffe, Fischerboote) und vonÖlplattformen in der Norwegischen See analysiert. Dabei geht es um primär emittierte Schadstoffe und sekundär in den Abgasfahnen gebildete Gase und Partikel. Die Messungen nahe der Ölplattformenwaren dabei die ersten dieser Art.

Bei großräumigen Flügen über der Barentssee konnten zudem Emissionen von arktischen Industriegebieten sowie von Waldbränden aus Russland nachgewiesen werden. Die Falcon-Messdaten dienen zur Verbesserung der Emissionskataster und zur Überprüfung von Modellsimulationen. Damit werden verlässlichere Vorhersagen zur künftigen Entwicklung der Schadstoffbelastung und Klimaänderung in der Nordpolarregion möglich sein.

Abbildung1: DLR Falcon in Andoya, kurz vor dem Start zu einem Messflug in die Nordpolarregion

Abbildung 2: Anflug der DLR Falcon auf Gas-und Ölförderanlagen in der Norwegischen See.

Abbildung 3: Großräumige Schadstoffschicht über der Barentssee von Industrieanlagen auf der russischen Halbinsel Kola.

Kontakt:

Dr. Hans Schlager 

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Institut für Physik der Atmosphäre
Oberpfaffenhofen
82234 Wessling
Tel.: 08153/282510
Fax: 08153/281841


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