Wetter und Klima

UV-Strahlung



Die Strahlung im ultravioletten Teil des solaren Spektrums von 280 bis 400 Nanometer (nm) und insbesondere die kurzwellige UV-B Strahlung im Bereich von 280 bis 315 nm ist potentiell schädlich für Mensch, Tier und Pflanze. Sonnenbrände sind eine Hauptursache für irreparable Schäden der menschlichen Haut und für die Entstehung von Hautkrebs.

Aus numerischen Simulationen der atmosphärischen Strahlungstransportprozesse im Ultravioletten Spektralbereich wurde am DLR-Institut für Physik der Atmosphäre ein effizientes Verfahren zur Berechnung und Kartierung der aktuellen bodennahen UV-Strahlung entwickelt. Dieses Verfahren ist Kern des vom Institut für Physik der Atmosphäre gemeinsam mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) entwickelten UV-Check Dienstes, welcher als App für Smartphones und als Internetdienst zur Verfügung steht. Mit UV-Check kann der Nutzer schnell seine individuelle UV-Eigenschutzzeit zu jeder Zeit und an jedem beliebigen Ort in Europa abrufen und sich somit vor einer zu hohen UV-Dosis schützen.

Prozessierungsschema des UV-Check Dienstes

Die UV-Eigenschutzzeit bezeichnet diejenige Zeit in Minuten, in der die UV-Strahlung eine erste wahrnehmbare Rötung der ungeschützten Haut bewirkt. Abgeleitet wird die UV-Eigenschutzzeit aus der mit dem spektralen Erythem–Wirkungsspektrum gewichteten UV-Strahlungsflussdichte. Diese beschreibt die auf eine horizontale Einheitsfläche aus allen Raumrichtungen des oberen Halbraums einfallende UV-Strahlungsleistung in der Einheit Milliwatt pro Quadratmeter (mW/m²).

Es sind in erster Linie drei Einflussgrößen, die in ihrer Konstellation die Intensität der bodennahen UV-Strahlung bei wolkenlosem Himmel bestimmen: der lokale, von der Tageszeit und vom Tag im Jahr abhängige Sonnenstand, die Gesamtmenge des atmosphärischen Ozons in einer Säule vom Boden bis zum Oberrand der Atmosphäre – das sogenannte Totalozon - und die Höhe des Geländes über dem mittleren Meeresspiegel. Das im Institut für Physik der Atmosphäre entwickelte und durch unabhängige Messungen getestete Verfahren ist in der Lage, aus der gleichzeitigen Information dieser drei Größen die UV-Strahlungsflussdichte effizient zu berechnen. Von zentraler Bedeutung sind dabei die mit dem Instrument GOME-2 (Global Ozone Monitoring Experiment -2) auf den europäischen MetOp-Satelliten gemessenen Ozonverteilungen. Diese Ozondaten werden beim Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR kontinuierlich empfangen und dort mit Hilfe von Atmosphärenmodellen aufbereitet.

Zusammen mit der Abfragezeit des UV-Check Nutzers wird zunächst die UV-Intensität am Aufenthaltsort für den wolkenlosen Himmel ermittelt. Im zweiten Schritt erfolgt die Verfeinerung des Ausgabeproduktes. Im Dialog werden Angaben zu den Umgebungsbedingungen, wie beispielsweise zur Wolkenbedeckung, zur Geländebeschaffenheit, wie Schneebedeckung, Geländehöhe und Wassernähe sowie zum individuellen Hauttyp erfragt. Auch ein Lichtschutzfaktor kann dabei vorgegeben werden.

Die App sowie eine Betriebsanleitung und weiterführende, wissenschaftlich-technische und medizinisch-dermatologische Hintergrundinformationen zum UV-Check Service stehen auf verschiedenen App Portalen im Internet zum kostenlosen Download bereit. Die Nutzerregistrierung erfolgt unter www.uv-check.de.


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