Modernes Luftverkehrsmanagement erfordert als Entscheidungsgrundlage nutzergerechte Wetterbeobachtungen und -prognosen mit einer im Vergleich zu heute verbesserten räumlichen und zeitlichen Genauigkeit. Das Vorhersagesystem muss für die Zeithorizonte und Entscheidungskriterien von Luftverkehrskontrolle und -management, Planungszentren der Fluggesellschaften und Piloten maßgeschneidert werden. Spezifische Produkte benötigen spezifische Kombinationen aus Messdaten und Modellergebnis. Dies erfordert einen, dem Bedarf angepassten Verbund von Messmethoden, Vorhersagemethoden und Informationsprodukten.
Der Einfluss des Wetters auf den Luftverkehr soll hier durch den Aufbau integrierter Flughafenwettersysteme (IFWS) mit den Komponenten Wirbelschleppe, Gewitter und Winterwetter für die Luftverkehrskontrolle und die Flughäfen Frankfurt und München reduziert werden.
Ein IFWS führt alle Beobachtungen und Vorhersageprodukte im Flughafennahbereich zusammen, stellt daraus zugeschnittene Produkte für alle Beteiligten her und gibt die Ergebnisse in einfacher Form an Lotsen, Piloten und Fluggesellschaften weiter. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle Beteiligten dieselben Informationen besitzen und zur Grundlage ihrer Entscheidungen machen können (cooperative decision making). Ein integraler Bestandteil des Projektes wird die Entwicklung neuer operationeller Konzepte zur Nutzung der Wetterinformation sein. So wird ermöglicht, das prototypische IFWS an den zwei meistfrequentierten Flughäfen Deutschlands, Frankfurt und München, zu erproben und die gesamte Wertschöpfungskette sowohl technologisch wie monetär zu bewerten.