Durch die Daten des Satellitensensors SCIAMACHY konnte die Gruppe erstmals detailliert den Beitrag des Schiffsverkehrs zur Luftverschmutzung durch erhöhte Stickoxidkonzentrationen entlang von Hauptschifffahrtrouten bestimmen. SCIAMACHY ist eines von zehn wissenschaftlichen Instrumenten auf dem von der ESA gebauten Erdbeobachtungssatelliten ENVISAT.
Neben Stickoxiden wird auch Schwefeldioxid emittiert, das bei der Verbrennung der im Kraftstoff enthaltenen schwefelhaltigen Verbindungen entsteht. Schwefeldioxid wird in der Atmosphäre zu Schwefelsäure oxidiert, die dann zusammen mit Wasser zur Bildung von schwefelhaltigem Aerosol führt. Neben einer Verschlechterung der Luftqualität und einer Erhöhung der Sonnenstrahlung, die von der Erde reflektiert wird, spielt schwefelhaltiges Aerosol bei der Bildung von Wolken eine entscheidende Rolle, indem es Kondensationskerne zur Verfügung stellt, an denen sich Wasserdampf niederschlagen kann. Werden durch Schiffsemissionen die Anzahl und die Eigenschaften von Aerosolen verändert, wirkt sich dies auch auf die mikrophysikalischen Wolkeneigenschaften aus. Ein interessantes Phänomen in diesem Zusammenhang sind so genannte „Ship Tracks“. Den Einfluss der gesamten Wirkungskette von Schiffemissionen auf Atmosphäre und Klima zu untersuchen ist Forschungsziel der SeaKLIM-Gruppe.