FireWatch

30. Juli 2009

 T. Reiter (DLR), H. Vogel (IQ wireless), Kanzlerin A. Merkel, Gouverneur A. Schwarzenegger (v.l.n.r) während der Präsentation von  FireWatch zur CeBIT 2009.
zum Bild T. Reiter (DLR), H. Vogel (IQ wireless), Kanzlerin A. Merkel, Gouverneur A. Schwarzenegger (v.l.n.r) während der Präsentation von FireWatch zur CeBIT 2009.
Bereits 1997 wurde die Entwicklung des FireWatch-Systems zur automatisierten Waldbrandfrüherkennung federführend durch unsere Abteilung begonnen. Das know how basiert auf Weltraumtechnologie und wurde patentiert. Unterstützung erhielt das Projekt von der Abteilung „Technologie und Marketing“ des DLR. Die Markteinführung und Weiterentwicklung erfolgte ab 2001 durch unseren Industriepartner IQ wireless GmbH (Berlin).

Bis zu 10000 km2 Waldfläche werden in Europa jährlich durch Feuer zerstört. Die frühe Erkennung und das schnelle Löschen von Waldbränden ist die einzige Chance, größeren Schaden für die Natur und die Volkswirtschaft zu verhindern. Traditionell inspizierte geschultes Personal die Wälder von Beobachtungstürmen. In Deutschland wurden einige Hundert solcher Türme errichtet, von denen Forstangestellte bis zu 12 Stunden am Tag unter schwierigen Bedingungen Ausschau hielten. Es gab verschiedene Versuche, ein technisches System zu entwickeln, das diese Aufgabe übernehmen kann, die jedoch zunächst fehlschlugen. FireWatch basiert auf einem neuen Konzept der Hard- und Software. Es wurde auf dicht bewaldete Gebiete angepasst und entdeckt Rauch in weniger als 10 min nach dessen Sichtbarkeit.

Ein System überwacht eine Fläche von etwa 500 km2. Es besteht aus einer rotierenden hochauflösenden Digitalkamera. Die digitalen Bilder werden an einen Computer übertragen und analysiert. Eine spezielle Software erkennt nahezu in Echtzeit Rauch an Hand seiner stochastischen und dynamischen Eigenschaften. Warnmeldungen werden automatisch an eine Zentraleinheit gesendet und dort von einem Operator bewertet. Hierzu wurden entsprechende anwenderfreundliche Tools entwickelt.

Heute werden gefährdete Waldgebiete in Deutschland zu fast 100% durch FireWatch überwacht. Etwa 200 Systeme operieren in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. FireWatch verbesserte die Arbeitsbedingungen des Personals und erhöhte die Zuverlässigkeit der Waldbranderkennung. Die Fehlalarmquote, z.B. durch Wetterbedingungen oder Ernteaktivitäten, liegt unter 1%, was akzeptabel ist. Die Anwender haben bestätigt, dass das System gut funktioniert, einfach zu bedienen ist und Kosten spart.

 Verleihung des Hall of Fame Awards der Space Foundation in Colorado Springs 2012 an die DLR-Entwickler Ekkehard Kührt, Herbert Jahn, Thomas Behnke (v.l.n.r.) und Jörg Knollenberg (nicht auf dem Foto)
zum Bild Verleihung des Hall of Fame Awards der Space Foundation in Colorado Springs 2012 an die DLR-Entwickler Ekkehard Kührt, Herbert Jahn, Thomas Behnke (v.l.n.r.) und Jörg Knollenberg (nicht auf dem Foto)
Durch den Erfolg in Deutschland interessieren sich auch die Forstbehörden anderer Staaten für FireWatch. Installationen wurden in mehreren europäischen

Ländern, in Mexiko, Kasachstan und den USA durchgeführt. Zurzeit überwachen die Systeme weltweit etwa 5 Millionen ha Wald- und Buschland.

FireWatch wurde auf verschiedenen Ausstellungen präsentiert und konnte bereits mehrere Preise gewinnen. Dazu gehören der Deutsch-Polnische Innovationspreis (2000), der DLR Innovationspreis (2003) und der Hall of Fame Award der US Space Foundation (2012).

2012 wurde im Auftrag der Abteilung „Technologie und Marketing“ ein neues Projekt gestartet, um die Zuverlässigkeit von FireWatch weiter zu erhöhen und das System besser an die internationalen Märkte anzupassen.




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