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Extrasolare Planeten und Atmosphären



Neues aus unserer Arbeit

Artist's view of an extrasolar planetary system

  • PLATO 2.0 – eine neue Mission zur Suche nach extrasolaren Planeten? PLATO 2.0 ist nun Kandidat für die M3 Missionsauswahl der ESA mit dem Startfenster 2022/2024
  • Artikel in der März-Ausgabe in Physik in unserer Zeit: “Fahndung nach der zweiten Erde : Spektren von Exoplaneten”
  • Artikel zur Detektierbarkeit von atmosphärischen Biosignaturen mit dem E-ELT und Interview dazu im Scientific American von Pascal Hedelt

Motivation

In der Planetenphysik stellen sich heute zwei fundamentale Fragen: „Wie hat sich unser Sonnensystem gebildet?“ und „Ist unser Sonnensystem einzigartig?“. Durch die Entdeckung neuer Planetensysteme in der vergangenen Dekade und dem Vergleich mit unserem eigenen ist man den Antworten auf diese Fragen einen wesentlichen Schritt näher gekommen. Das Wissen über extrasolare Planeten legt die Randbedingungen der Theorien über die Planetenbildung fest. Um die Planetenbildung in Einzelheiten zu verstehen, untersucht man kleine Körper z. B. Kometen, deren Materie aus der Anfangszeit des Planetensystems besteht. Fügt man das Wissen über die Einzelheiten unseres Sonnensystems und über extrasolare Planeten zusammen, dann ergibt sich ein tieferes Verständnis für die Entstehung von Planeten. Ein weiterer Schritt ist die Erforschung von Planeten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems, auf denen sich möglicherweise Leben entwickelt hat. Welche physikalischen Prozesse während der Planetenentwicklung schaffen die Bedingungen dafür, dass sich Leben bilden kann und erhalten bleibt? Das ist eine Frage, die nicht nur die Forscher motiviert, sondern auch mit großem Interesse von der allgemeinen Öffentlichkeit verfolgt wird.


Suche nach extrasolaren Planeten

CoRoT artist's view

 

Ziel der Suche nach extrasolaren Planeten ist es, unsere Kenntnis der möglichen Arten von Planetensystemen zu vervollständigen. Neben den heute schon bekannten sternnahen Jupiter-großen Planeten geht es darum, auch terrestrische Planeten nachweisen zu können. Die CoRoT-Mission sucht mit der Transitmethode nach extrasolaren Planeten. Missionsziele sind neben der seismologischen Untersuchung ausgewählter Sterne die Entdeckung von Gesteinsplaneten und langperiodischen Planeten. Das hat man erreicht mit der Entdeckung eines Gesteinsplaneten mit zwei Erdradien, CoRoT-7b, und eines jupiterähnlichen Planeten mit 95 Tagen Umlaufzeit, CoRoT-9b. Insgesamt hat CoRoT 24 von 188 Transitplaneten entdeckt (Stand: 13. Dez. 2011) Zur Suche nach Jupiter- großen Planeten und zur Unterstützung der CoRoT-Mission werden zwei Weitwinkelteleskope eingesetzt: BEST in Südfrankreich, BEST II in Chile. Die Detektion der Planeten erlaubt es schließlich, die grundlegenden Planetenparameter, wie Orbit, Masse, Radius und mittlere Dichte, zu bestimmen. In Zukunft soll die Suche nach Transits durch weitere Standorte, wie dem Projekt ASTEP in der Antarktis, ausgedehnt werden.


Planetenatmosphären

Extrasolare Planeten

Ziel der Untersuchung extrasolarer Planeten ist es, ihre Zusammensetzung näher zu bestimmen, um Rückschlüsse auf ihre Entstehung und Entwicklung ziehen zu können. Für terrestrische Planeten steht darüber hinaus die Frage nach möglichen Anzeichen für Leben im Vordergrund. Da extrasolare Planeten nicht in situ untersucht werden können, muss Untersuchung der Zusammensetzung ihrer Atmosphären durch Spektroskopie erfolgen. Die chemische Zusammensetzung von Atmosphären terrestrischer extrasolarer Planeten wird für verschiedene Entwicklungsstadien, Umgebungsbedingungen und Muttersterne modelliert. Die Simulationen dienen der wissenschaftlichen Interpretation der Ergebnisse von COROT und der Vorbereitung auf zukünftige Missionen wie Darwin.


Planeten und Monde unseres Sonnensystems

Untersucht werden die Atmosphären der terrestrischen Planeten (Venus, Mars) aber auch von Monden (Titan) um ein weitgehenderes Verständnis der Entwicklung von Atmosphären der Planeten unseres Sonnensystems zu erhalten.


Gas- und Staubkomponente in Kometen

Kometen sind die am wenigsten modifizierten Körper im Sonnensystem und geben Auskunft über die Frühzeit seiner Entstehung. Zum Verständnis der Entstehung von Kometen in verschiedenen Regionen der proto-planetaren Scheibe muss die chemische Zusammensetzung für eine statistisch signifikante Zahl von Objekten bestimmt werden. Dies geschieht durch den Vergleich der Zusammensetzung der Gas- und Staubkomponente der Koma möglichst vieler verschiedener Kometen. Diese Daten erhält man in erster Linie durch bodengebundene spektroskopische Messungen von Kometen. In Zukunft werden durch die Satellitenmessungen der Rosetta-Mission auch in situ Daten zur Verfügung stehen, die eine detaillierte Untersuchung der Kometenkoma erlauben. Zur wissenschaftlichen Interpretation der bodengebundenen und der in situ Daten, werden Modelle der dynamischen und chemischen Prozesse in der Koma entwickelt.


Methoden

Die wissenschaftlichen Aufgaben werden mit verschiedenen Methoden bearbeitet, die sowohl Messungen und ihre Analyse, als auch theoretische Modellrechnungen beinhalten. Im Vordergrund stehen dabei Beteiligungen an Satellitenmissionen (CNES-Mission CoRoT und ESA-Mission Rosetta), aber auch missionsvorbereitende und -begleitende Messungen mit bodengebundenen Teleskopen.

Die Methoden im Einzelnen sind:

  • Photometrische Transitmethode zur Suche und grundlegende Charakterisierung extrasolarer Planeten in bodengebundenen und satellitengestützten Teleskopen
  • Entwicklung von Datenreduktions- und -analysealgorithmen für die Auswertung hochgenauer photometrischer Lichtkurven zur Suche nach extrasolaren Planeten
  • Modellierung der chemischen und hydrodynamischen Prozesse in Atmosphären von Planeten und Monden in unserem Sonnensystem und extrasolaren Planeten
  • Spektroskopische und photometrische Messungen von Planetenatmosphären sowie Vergleich mit Modellrechnungen
  • Detaillierte Untersuchung von Kometen durch Beteiligung an der Rosetta-Mission der ESA
  • Spektroskopische und photometrische Beobachtungskampagnen an bodengebundenen Teleskopen im optischen und nahen Infrarotbereich zur statistischen Untersuchung von Kometen
  • Modellierung der chemischen und dynamischen Prozesse der Gas- und Staubkomponente der Kometenkoma
  • Entwicklung von Datenanalysesoftware zur Auswertung spektroskopischer und photometrischer Daten von Planetenatmosphären und der kometaren Gas- und Staubhüllen

Kontakt
Prof. Dr. Heike Rauer
Abteilungsleitung

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung
, Extrasolare Planeten und Atmosphären
Berlin

Tel.: +49 30 67055-430

Fax: +49 30 67055-384

Neues aus unserer Arbeit
PLATO 2.0 Newsletter-7 (PDF)
Artikel in PhiuZ
Artikel zur Detektierbarkeit von Biosignaturen
Interview von Pascal Hedelt im Scientific American
Suche nach extrasolaren Planeten
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Planetenatmosphären
Extrasolare Planeten
Gas- und Staubkomponente in Kometen
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