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CASSE - Cometary Acoustic Surface Sounding Experiment



Experiment zur akustischen Sondierung kometarer Oberflächen

 Messmodi von CASSE. Es ist nur eine Sohle pro Landerfuß dargestellt
zum Bild Messmodi von CASSE. Es ist nur eine Sohle pro Landerfuß dargestellt
Das Instrument CASSE wird mittels akustischer Methoden die Kometenoberfläche untersuchen. Dabei werden die Sohlen der Landerfüße, die Schallwellen in das Oberflächenmaterial einkoppeln und empfangen können, sowohl als Sender als auch als Empfänger benutzt. Das Landegestell der Kometenlandesonde Philae ist ein Dreibein, wobei jeder Fuß zwei Sohlen hat, die gegeneinander in der Höhe beweglich sind. Dadurch wird ein möglichst guter Kontakt mit der rauen Kometenoberfläche erzielt.

Das akustische Sende- und Empfangssystem von CASSE bietet zwei Messmöglichkeiten:

  • passiv, ähnlich einem Seismometer, in den Kometen hineinzuhorchen und Geräuschquellen, verursacht durch thermische Spannungen, seismische Effekte, Partikeleinschläge oder andere Instrumente der Kometenlandesonde Philae, zu orten;
  • aktiv, ähnlich einem Echolot, eine Sondierung der Oberflächenschichten durchzuführen. Aus den gemessenen Schallgeschwindigkeiten cP und cS lassen sich die elastischen Konstanten der Kometenoberfläche berechnen. Darüber hinaus ist mittels einer komplexeren Analyse der Schallsignale eine Tiefensondierung im Hinblick auf Schichtungen und andere Inhomogenitäten (wie Löcher) geplant.

 

 Transmitter (links, eingeklemmt zwischen braunen Glasfaserhalterungen am Sohlenrand und zur elektrischen Isolation für PP eingewickelt mit goldfarbener, leitender Kaptonfolie). Auf der Innenseite des Deckels (rechts) ist ein Prallschutz montiert, der verhindern soll, dass sich die Sohle bei der Landung zu sehr durchbiegt und bricht.
zum Bild Transmitter (links, eingeklemmt zwischen braunen Glasfaserhalterungen am Sohlenrand und zur elektrischen Isolation für PP eingewickelt mit goldfarbener, leitender Kaptonfolie). Auf der Innenseite des Deckels (rechts) ist ein Prallschutz montiert, der verhindern soll, dass sich die Sohle bei der Landung zu sehr durchbiegt und bricht.
In jeweils einer Sohle der drei Lander-Füße sind piezo-elektrische Wandler (Transmitter, siehe rechtes Bild) eingebaut, die die Sohle zu akustischen Schwingungen anregen. Die Signale werden mit ebenfalls piezo-elektrischen Beschleunigungsmessern (Akzelerometer, siehe rechtes Bild unten) in den anderen drei Sohlen der Landesonde Philae in drei Achsen registriert. Messfühler (sogenannte Pt 1000) auf jedem Sensor registrieren die Temperatur.

CASSE wurde am Institut für Raumsimulation entwickelt und in Zusammenarbeit mit der Firma von Hoerner & Sulger (Elektronik) gebaut. Die verwendeten Transmitter wurden, angepasst an die erwartete Situation auf der Kometenoberfläche, durch das Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) der Fraunhofer-Gesellschaft in Saarbrücken konzipiert und gefertigt.

Eigenschaften von CASSE
Sendefrequenz 0,1 bis 6 kHz
Empfangsfrequenz < 100 kHz
(maximal 12 Kanäle gleichzeitig)
Temperatur-Messbereich -160 bis +100 °C
Masse 550 g (ohne Sohlen)
Leistung ≤ 1250 mW

 

 Akzelerometer (rechts zwischen braunen Glasfaserhalterungen) in der Sohle eines Fußes von Philae. Auf der Innenseite des Deckels (links) ist  ein Vorverstärker für das PP Instrument und  ein Prallschutz montiert, der verhindern soll, dass sich die Sohle bei der Landung zu sehr durchbiegt und bricht.
zum Bild Akzelerometer (rechts zwischen braunen Glasfaserhalterungen) in der Sohle eines Fußes von Philae. Auf der Innenseite des Deckels (links) ist ein Vorverstärker für das PP Instrument und ein Prallschutz montiert, der verhindern soll, dass sich die Sohle bei der Landung zu sehr durchbiegt und bricht.


Kontakt
Klaus Seidensticker
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung
, Asteroiden und Kometen
Berlin

Tel.: +49 2203 601-3104

Fax: +49 2203 601-2352

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