In der Nacht vom 6. auf den 7. April 2002, 22:20:18 MESZ wurde über Bayern ein außergewöhnlich heller Meteor gesichtet, der in der Öffentlichkeit und der Presse deutschlandweit großes Aufsehen erregte. Das Ereignis ist ein ausgesprochener Glücksfall für die Meteorforschung, denn der Meteor fiel in den Bereich des vom DLR-betreuten Teil des Feuerkugelnetzes.
Die Feuerkugel-Station Streitheim (Betreuer Martin Mayer) bei Augsburg zeichnete, zusammen mit vier weiteren Stationen in Süddeutschland, der tschechischen Station Primda, sowie der österreichischen Station Gahberg die Spur des Meteors über dem südbayerischen Nachthimmel auf. Die Leuchtspur ist wegen der enormen Helligkeit des Flugobjekts stark verschmiert. Der Meteor war einer der hellsten seit Bestehen des Feuerkugel-Netzwerkes.
Aus den einzelnen Bildern mit unterschiedlichen Perspektiven lässt sich die Flugbahn des Boliden errechnen.
Die Karte zeigt die Verteilung der sieben Stationen des Feuerkugel-Netzes in Süddeutschland, Österreich und der Tschechischen Republik, die den Flug des bayerischen Meteors durch die Atmosphäre aufgezeichnet haben.
Die gemeinsame Auswertung aller Aufnahmen, die am Ondrejov Observatorium bei Prag durchgeführt wurde, zeigt, dass die etwa 92 km lange Flugbahn des Meteors in einer Höhe von etwa 85 Kilometern beginnt und in einer Höhe von 15,8 km über dem Boden endet. Die Geschwindigkeit des Meteors beim Eintritt in die Atmosphäre (unter einem Winkel von etwa 50° ) betrug 20,9 km/s. Der Meteor wurde durch Reibung mit den Luftteilchen der Atmosphäre stark abgebremst; seine Geschwindigkeit am Endpunkt der Leuchtspur war 4 km/s. Wegen der ungewöhnlich großen Eindringtiefe des Meteors in die Atmosphäre (die meisten Meteore verglühen in der Hochatmosphäre) wird vermutet, dass 15-20 kg Reste (so genannte Meteorite) den Absturz überstanden und den Boden erreicht haben. Die Rechnungen der Astromen von Ondrejov zeigen, dass das Hauptfragment eine Masse von etwa 7-10 kg hatte.
Mit Hilfe der Modellrechnungen (vgl. oben) konnte der Einschlagpunkt des Meteoriten mit den Fehlergrenzen einer Ellipse von 700x1000m Durchmesser festgelegt werden. Nur ein Teil des teilweise noch mit Schnee bedeckten und schwer zugänglichen Geländes konnte mit den 29 Teilnehmern der Aktion abgesucht werden. Der Meteorit wurde zunächst nicht gefunden.