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MESSENGER

 MESSENGER
zum Bild MESSENGER
Der Merkur ist der kleinste und zugleich der Sonne nächstgelegene Planet in unserem Sonnensystem. Seine Nähe zur Sonne und seine hohe Bahngeschwindigkeit machen die Erkundung durch Raumsonden kompliziert. MARINER10 in den Jahren 1974/1975 war bisher die einzige Mission, der eine genauere Erforschung gelang.
 
 MESSENGER Missionsprofil
zum Bild MESSENGER Missionsprofil
Mit MESSENGER (MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry and Ranging) ist nach über 30 Jahren eine zweite Raumsonde unterwegs, die vom JHUAPL (Applied Physics Laboratory der John Hopkins University) gebaut wurde. Des Weiteren ist das JHUAPL für Leitung, Überwachung und Koordinierung der Mission zuständig. Die Entwicklung und der Bau, der sich auf MESSENGER befindenden Instrumente (s. Tabelle) wurden in Zusammenarbeit vom JHUAPL, der NASA, der University of Michigan und der University of Colorado realisiert. Die Gesamt kosten der Mission liegen bei ca. 440 Mio. US-Dollar.

Missionsverlauf: Am 3. August 2004 startete MESSENGER, abgeschossen mit einer Delta II Trägerrakete, zu seiner siebenjährigen Reise zum Merkur. Während seiner Reise waren sieben Flyby Manöver (siehe Abb.) geplant und wurde auch erfolgreich durchgeführt. Nach Auswertung aller Positionsdaten wird MESSENGER nach drei weiteren Umläufen um die Sonne am 18. März 2011 nur 15km entfernt und mit sechsminütiger Verspätung in die Umlaufbahn des Merkurs eintreten.

Am 14. Januar 2008 erfolgte der erste Vorbeiflug (minimale Höhe: 200 km) am Merkur. Zwei weitere folgten am 6. Oktober 2008 und am 29. September 2009. MESSENGER soll den Planeten Merkur untersuchen und ist mit 7 wissenschaftlichen Nutzlasten ausgestattet. Die Sonde hatte eine Startmasse von 1100 kg (600 kg davon Treibstoffe). Der Hauptkörper mißt 1,27 m x 1,42 m x 1,85 m, der Hitzeschild 1,8 m x 2,5 m. Mit ausgefahrenen Solarpanelen beträgt die Breite etwa 6 m. Das Magnetometer (MAG) ist am Ende eines 3 m langen Auslegers befestigt. Der zur Verfügung stehende Leistung (Merkurorbit) liegt bei etwa 700 W. Im März 2011 ist MESSENGER erfolgreich in den Endorbit um den Merkur eingetreten. Das Periherm liegt bei 200 km (über der Merkuroberfläche), das Apoherm in einer Höhe von 15193 km bei einer Inklination von 80°, das Periherm liegt bei einer geographischen Breite von 60°. Für eine Umkreisung des Merkurs benötigt die Messenger Sonde etwa 12 Stunden.

Instrument Meßobjekt
MDIS Mercury Dual Imaging System Oberfläche Merkur (optischer Bereich)
GRNS Gama Ray and Neutron Spectrometer Kosmische Strahlung
MAG Magnetometer Magnetfeld Merkur
MLA Mercury Laser Altimeter Topographie Merkur
MASCS Mercury Athmospheric and Surface Spectrometer Atmosphäre + Oberfläche Merkur (UV, Vis. IR)
EPPS Energetic Particle and Plasma Spectrometer Magnetfeld + Exosphäre
RS Radio Science Gravitation

MESSENGER missionsbezogene Arbeiten
Image.14493.jpg

Noch ein Jahr bis zum Merkur-Orbit


In einem Jahr, am 18. März 2011, wird die Raumsonde MESSENGER in eine Umlaufbahn um den innersten Planeten Merkur einschwenken. In den beiden zurück liegenden Jahren führte MESSENGER bereits drei Vorbeiflüge am Planeten durch, um seine Flugbahn auf den optimalen Weg zu steuern. Von den vielen bisher erzielten Bildern der drei Begegnungen waren insgesamt 516 Aufnahmen geeignet, um eine Stereoanalyse durchzuführen.
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Frank Preusker
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Institut für Planetenforschung, Planetengeodäsie

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Tel.: +49 30 67055-446

Fax: +49 30 67055-402
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