DAWN - Bild des Tages - Dezember 2011

04.12.2011 - Gesteine auf Vesta – Teil 3: Diogenit



Die so genannten HED-Meteoriten, benannt nach den Meteoritentypen Howardit, Eukrit und Diogenit, sind eine große Meteoritengruppe, von der man annimmt, dass sie von Vesta stammen: eine Hypothese, die mit den laufenden Beobachtungen der Dawn-Mission übereinstimmt. Die Diogenite stammen aus der unteren Kruste von Vesta und entsprechen in Textur und Zusammensetzung dem Gestein, dass wir in der tieferen Erdkruste finden. Die hier dargestellten Diogenite QUE99050 (links) und GRA 98108 (rechts) wurden in der Antarktis gefunden. Die weißen Balken im Bild entsprechen jeweils zwei Millimetern und verdeutlichen den Maßstab. Wenn polarisiertes Licht durch Dünnschliffe fällt, weisen die verschiedenen Minerale unterschiedliche, diagnostische Farben auf. QUE 99050 (links) besteht aus großen grauen und gelben Pyroxen-Kristallen (Magnesiumeisensilikat) und bildet eine Untergruppe der Diogenite, der Orthopyroxenit-Diogenite (Orthopyroxenit ist der Name des Gesteins, das vor allem aus dem Mineral Orthopyroxen besteht). GRA 98108 (rechts) hat eine mehr mafische (d.h. magnesium- und eisenreiche) Mineralogie, besteht aus etwa gleichen Teilen Pyroxen und dem viel helleren Olivin, ein siliziumarmen Eisen-Magnesiumeisen-Silikat. Von diesem olivinreichen „Harzburgit-Diogenit“ (als Harzburgit bezeichnet man Gestein, das aus einer Mischung der Minerale Orthopyroxen und Olivin besteht) nimmt man an, dass er der am tiefsten aus der Kruste Vesta stammende Meteorit der irdischen Meteoritensammlung von Vesta ist. Diogenite wie diese machen einen Teil der tieferen Kruste Vestas auf. Ihre Zusammensetzung kann mit den Messungen der verschiedenen Instrumente an Bord von Dawn verglichen werden, zum Beispiel mit den Spektren des Experiments VIR (Visible and Infrared Imaging Spectrometer) zur Bestimmung der Mineralogie, oder den Beobachtungen von GRaND (Gamma Ray and Neutron Spectrometer) und dienen damit der Kalibration und Interpretationen der Daten dieser Instrumente. Ähnliche Gesteine wurden vermutlich bei großen Einschlägen ausgeworfen, wie bei dem Einschlag, der das Rheasilvia-Becken an Vestas Südpol formte.

Die Mission Dawn wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich.

Weitere Informationen zu Dawn ist online verfügbar unter http://dawn.jpl.nasa.gov.

© Hap McSween (University of Tennessee), and Andrew Beck and Tim McCoy (Smithsonian Institution)

 DAWN-0119 04.12.2011
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